BMW Neue Klasse im Test: iX3 überzeugt mit 400 kW Ladeleistung

Mit dem iX3 startet BMW die Ära der Neuen Klasse. Der Elektro-SUV punktet im Test mit 800-Volt-Ladetechnik und hoher Reichweite, fordert aber einen hohen Preis.

BMW iX3 Neue Klasse im Test: Reichweite, Preis & 400 kW Laden
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400 kW Ladeleistung und 805 Kilometer Reichweite: Der neue BMW iX3 im Praxis-Test

Mit einer Spitzenladeleistung von über 400 kW knallt der neue BMW iX3 an Schnellladesäulen auf Rekordwerte und lädt in nur 15 Minuten genug Energie für 238 Kilometer reine Autobahnfahrt nach. Nach langen Jahren des Wartens schickt die BMW Group mit dem Elektro-SUV das erste Serienmodell ihrer völlig neu entwickelten „Neuen Klasse“ auf die Straße. Im Praxis- und Alltagstest zeigt sich nun, ob die Münchner mit der 800-Volt-Architektur den Anschluss an Audi, Mercedes und Porsche nicht nur finden, sondern die Konkurrenz im Premium-Segment sogar überholen.

Der neue BMW iX3 auf der Straße
Der neue BMW iX3 markiert den Startpunkt der Neuen Klasse von BMW. — WELT

Neustart auf der Elektro-Plattform

Mit dem BMW iX3 50 xDrive verabschiedet sich der Münchner Automobilhersteller von bisherigen Verbrenner-Kompromissen und führt eine dedizierte E-Fahrzeugarchitektur ein. Das Allrad-Modell leistet 345 kW (469 PS) und beschleunigt in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ein großer Akku mit 108,7 kWh nutzbarer Kapazität stellt das technische Herzstück dar. Laut WLTP-Norm schaff der SUV eine Reichweite von bis zu 805 Kilometern (im ADAC-Messzyklus ermittelte der Club eine praxistaugliche Reichweite von 669 Kilometern).

Für die Steuerung der Fahrphysik setzt BMW erstmals auf einen Supercomputer namens „Heart of Joy“. Dieser regelt vom Stillstand bis in den Grenzbereich die gesamte Fahrdynamik, das Bremsen, die Rekuperation sowie die Lenkung zentral aus einer Hand. Beim Fahrverhalten führt dies zu einer extrem agilen Kurvenlage, wenngleich das abgestimmte Stahlfahrwerk bei Querfugen etwas harsch anspricht. Der ADAC bewertet das Fahrverhalten insgesamt mit der Note 2,0.

Historischer Hintergrund der Neuen Klasse

Der Begriff „Neue Klasse“ ist im BMW-Konzern kein Marketing-Gag, sondern eine bewusste historische Referenz. Bereits Anfang der 1960er-Jahre rettete der Hersteller mit einer grundlegend neuen Modellreihe seine wirtschaftliche Eigenständigkeit und läutete einen tiefgreifenden Umbruch ein. Dass dieser Name nun erneut genutzt wird, unterstreicht die fundamentale Bedeutung des Fahrzeugs für den Konzern.

BMW iX3 Frontansicht im ADAC Test
Neues Design mit schmalem Nieren-Paneel an der Front. — ADAC

Die neue Plattform bildet das Fundament für die gesamte elektrische Zukunft der Marke. So soll die Technik mit dem kommenden elektrischen 3er-Pendant den Kern des Portfolios digitalisieren und elektrifizieren. Bis Ende 2027 plant BMW den Anlauf von 40 neuen sowie überarbeiteten Modellen im globalen Produktionsnetzwerk.

Lade-Performance und Reichweite auf der Langstrecke

Lange Zeit hinkte BMW bei der 800-Volt-Ladetechnik der Konkurrenz hinterher. Der iX3 schließt diese Lücke nicht nur, sondern setzt an geeigneten Schnellladesäulen Spitzenwerte. Die Ladeleistung schießt zu Beginn des Ladevorgangs auf einen Peak von 407 kW hoch. Selbst bei 50 Prozent Ladestand fließen noch 200 kW durch das Ladekabel.

BMW iX3 an der Ladesäule
An 800-Volt-Schnellladern erreicht der iX3 eine Ladeleistung von bis zu 400 kW. — Schmidtis Blog

Ein Praxis-Szenario zeigt die Wirkung auf der Langstrecke: Bei einer Autobahnfahrt mit konstant 120 km/h und einem ermittelten Verbrauch von 24,0 kWh/100 km lädt der Akku in einer 15-minütigen Kaffeepause von 10 auf 65 Prozent auf. Das entspricht einem Nachladen für 238 Kilometer Fahrstrecke. Für das Standard-Ladefenster von 10 auf 80 Prozent gibt BMW eine Zeit von 21 Minuten an. An regulären AC-Ladesäulen lädt der Wagen serienmäßig mit 11 kW, optional sind 22 kW möglich.

Was der Generationswechsel für Autofahrer bedeutet

Im Cockpit verabschiedet sich BMW von klassischen Instrumenten. Ein schmales Displayband namens „Panoramic iDrive“ zieht sich unterhalb der Windschutzscheibe über die gesamte Fahrzeugbreite. Wichtige Angaben wie Geschwindigkeit, Navigation und Verbrauch liegen direkt im Sichtfeld, was das herkömmliche Head-up-Display nahezu überflüssig macht.

Gleichzeitig zeigt die Preisgestaltung den klaren Premium-Anspruch der Münchner. Der Grundpreis für den BMW iX3 50 xDrive liegt bei 70.900 Euro (das ADAC-Testfahrzeug kam mit Ausstattung auf rund 80.000 Euro). Im Leasing beginnen die Monatsraten ohne Anzahlung derzeit bei 706 Euro brutto. Für Dienstwagenfahrer in Deutschland ist das Modell dennoch attraktiv: Bei einem Bruttolistenpreis von unter 70.000 Euro im Basismodell kann unter Umständen die günstige 0,25-Prozent-Besteuerung für reine Elektrofahrzeuge genutzt werden.

Produktion und Qualitätseindruck im Detail

Die Fertigung des ersten Modells der Neuen Klasse erfolgt im neu errichteten Werk im ungarischen Debrecen. Der Produktionshochlauf erfolgte in Rekordzeit: Bereits wenige Monate nach Serienstart lief dort das 50.000ste Fahrzeug vom Band. Um die hohe Kundennachfrage zu bedienen, führte das Werk bereits im Februar 2026 eine zweite Schicht ein.

Der 50.000ste BMW iX3 unterstreicht die Leistungsfähigkeit unseres Werks in Debrecen: Nie zuvor haben wir in einem neuen Werk so schnell so viele Fahrzeuge gebaut.

Raymond Wittmann, Produktionsvorstand der BMW AG

Trotz der überzeugenden Fahrleistungen und der modernen Bordelektronik stellen Tester auch Schattenseiten fest. Im Innenraum spart BMW an einigen Stellen sichtbar Materialkosten ein. So kommt im unteren Fußbereich harter Kunststoff zum Einsatz, Dachsäulen sind nur teilweise mit Stoff bezogen, und der Kofferraum ist mit einfachen Filzmatten statt hochwertigem Teppich verkleidet. Zudem verzichtet BMW auf adaptive Dämpfer in der Serie und auf eine separat zu öffnende Heckscheibe.

Welche Punkte derzeit noch offen sind

Unklar bleibt vorerst, wie stabil die maximale Ladeleistung an der deutschen Ladeinfrastruktur genutzt werden kann, da viele öffentliche HPC-Ladesäulen aktuell auf 300 kW oder 350 kW begrenzt sind. Zudem stehen ausführliche Vergleiche gegen direkte Konkurrenten wie den Porsche Macan Electric oder den Audi Q6 e-tron im alltäglichen Flottenbetrieb noch aus. Ob die für Ende 2027 geplanten weiteren Ableger der Neuen Klasse die Materialkritik im Innenraum aufgreifen werden, wird sich bei den kommenden Modellvorstellungen zeigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet der neue BMW iX3 der Neuen Klasse?
Der Grundpreis für den BMW iX3 50 xDrive liegt bei 70.900 Euro. Gut ausgestattete Fahrzeuge im Test erreichen rasch einen Preis von 80.000 Euro. Im Privatleasing starten Raten ohne Anzahlung derzeit bei 706 Euro monatlich.

Wie weit fährt der BMW iX3 mit einer Akkuladung?
Die offizielle WLTP-Reichweite beträgt bis zu 805 Kilometer (beziehungsweise 794 km je nach Ausstattungsstand). Im ADAC-Praxistest erreichte der SUV eine realistische Gesamtreichweite von 669 Kilometern.

Wie schnell lädt der BMW iX3 am Schnelllader?
Dank 800-Volt-Technik erreicht der iX3 in der Spitze eine Ladeleistung von über 400 kW. In der Praxis lassen sich in 15 Minuten rund 238 Kilometer Autobahnreichweite nachladen. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent dauert 21 Minuten.

Wo wird der neue BMW iX3 gebaut?
Das Fahrzeug wird im neu gebauten BMW-Werk in Debrecen (Ungarn) gefertigt, wo im Sommer 2026 bereits das 50.000ste Exemplar vom Band lief.

Welche Systemleistung hat das Allradmodell iX3 50 xDrive?
Der Allradantrieb liefert eine Systemleistung von 345 kW (469 PS) und ein Drehmoment von 645 Nm. Damit beschleunigt das 2,3 Tonnen schwere SUV in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

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Written by

Jody Nageeb

Senior Editor

Expert in business, sports, and transportation trends.

This article was produced with AI-assisted editorial tools and reviewed under Trend Digest's editorial standards before publication.

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