Steinmeier-Nachfolge: Rückt Boris Rhein als Bundespräsident in den Fokus?

Im Rennen um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bringt CDU-Chef Friedrich Merz offenbar Hessens Ministerpräsident Boris Rhein ins Spiel. Damit bekommt Favoritin Ilse Aigner Konkurrenz.

Boris Rhein als Bundespräsident? Neue Debatte um Steinmeier-Nachfolge
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Was steckt hinter den Spekulationen um Boris Rhein als Bundespräsident?

Der Wettlauf um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt im Berliner Politikbetrieb Fahrt auf. Während die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner bisher als Favoritin gehandelt wird, rückt nun überraschend Hessens Ministerpräsident Boris Rhein in den Fokus. Die Debatte um das höchste Staatsamt gewinnt damit gut fünf Monate vor der Entscheidung eine völlig neue Dynamik.

Boris Rhein und Friedrich Merz in Frankfurt
Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (rechts) gilt neben Ilse Aigner als potenzieller Kandidat für Schloss Bellevue. — Merkur

Warum das Thema jetzt im Trend liegt

Die Nachfolge im Schloss Bellevue beschäftigt die Bundespolitik zunehmend, da die zweite und letzte Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier im März 2027 endet. Das Grundgesetz schließt eine weitere Wiederwahl aus. In den vergangenen Wochen deutete vieles auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner hin, für die sich überraschenderweise auch mehrere SPD-Politiker öffentlich aussprachen. Doch Recherchen der BILD zeichnen nun ein neues Bild: Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat offenbar den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein als starken Gegenkandidaten auf dem Zettel.

Was genau passiert ist

Die Diskussion über die Steinmeier-Nachfolge war ursprünglich von CSU-Chef Markus Söder befeuert worden, der sich im ZDF-Sommerinterview für Aigner aussprach und betonte, man habe sich darauf verständigt, dass diesmal eine Frau das Amt übernehmen solle. Nach Gegenwind und eigenen Favoriten-Ideen aus der CDU bringt Merz nun jedoch gezielt Rhein ins Spiel. Der 54-jährige Jurist führt seit 2022 die hessische Landesregierung und war zuvor drei Jahre lang Landtagspräsident in Wiesbaden. Merz bevorzuge bei der Wahl am 30. Januar 2027 vor allem einen erfahrenen Juristen an der Staatsspitze, der im Fall politischer Instabilitäten oder Staatskrisen mit hoher juristischer Expertise agieren könne.

Ilse Aigner auf einer Pressekonferenz
Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner wird bisher von vielen als Favoritin für das Amt angesehen. — WELT

Was wir bisher wissen

Die Ausgangslage vor der Wahl durch die Bundesversammlung zeichnet sich durch klare Machtverhältnisse und strategische Vorüberlegungen ab:

  • Die Bündnisfrage: Die Union stellt in der Bundesversammlung aus 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Länder-Delegierten die stärkste Kraft, besitzt aber keine eigene Mehrheit. Ein gemeinsamer Personalvorschlag von CDU/CSU und SPD gilt daher in Koalitionskreisen als das wahrscheinlichste Szenario.
  • Die Position der SPD: Hochrangige Sozialdemokraten wie der bayerische SPD-Chef Sebastian Roloff, Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher und der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung lobten Aigner ausdrücklich als „verbindlich und verbindend“. SPD-Parteichef Lars Klingbeil betonte ebenfalls, es sei an der Zeit für eine Frau im Amt.
  • Das Anforderungsprofil: Während Befürworter Aigners ihre Bürgernähe und entschiedene Abgrenzung gegenüber extremen Rändern hervorheben, verweisen Skeptiker auf das Risikopotenzial künftiger Mehrheitskrisen. In Teilen der Berliner Union wird argumentiert, dass ein Bundespräsident mit umfassender Regierungs- und Justizerfahrung notwendig sei.
  • Die Reaktionen aus der Opposition: AfD-Chefin Alice Weidel kritisierte die Debatte und lehnte eine Kandidatur von Aigner ab. Die AfD kündigte an, einen eigenen Kandidaten für die Bundesversammlung zu nominieren.
Symbolbild Bundesversammlung und Schloss Bellevue
Die Entscheidung über das Staatsoberhaupt fällt am 30. Januar 2027 in der Bundesversammlung. — BILD

Warum die Personalie entscheidend ist

Die Besetzung des Bundespräsidentenamtes ist nicht nur eine Repräsentationsfrage, sondern berührt Parteitaktik auf höchster Ebene. Für CSU-Chef Markus Söder böte ein Wechsel von Ilse Aigner nach Berlin den Nebeneffekt, eine starke parteiinterne Konkurrentin einzubinden. Gleichzeitig wäre eine CSU-Präsidentin das Signal, dass Kanzleransprüche der Münchner Schwesterpartei für die nahe Zukunft vom Tisch sind. Auf der anderen Seite müsste Merz seiner eigenen Partei vermitteln, warum das höchste Staatsamt an die kleinere Schwesterpartei fällt, sollte Rhein nicht zum Zuge kommen.

Wie es im Auswahlprozess weitergeht

Offizielle Nominierungen liegen derzeit von keiner der etablierten Parteien vor. CDU und CSU wollen nach internen Beratungen im Laufe des Herbstes einen gemeinsamen Vorschlag präsentieren. Anschließend stehen Abstimmungen mit dem Koalitionspartner SPD an. Das Staatsoberhaupt wird schließlich am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung gewählt, bevor die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier am 18. März 2027 offiziell endet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann findet die nächste Bundespräsidentenwahl statt?

Die Wahl des Bundespräsidenten findet am 30. Januar 2027 statt. Das Gremium der Bundesversammlung tritt eigens für diesen Anlass zusammen.

Wer entscheidet über den neuen Bundespräsidenten?

Gewählt wird das Staatsoberhaupt von der Bundesversammlung. Diese setzt sich aus den 630 Abgeordneten des Deutschen Bundestages und 630 Wahlleuten zusammen, die von den Landtagen entsandt werden.

Kann Frank-Walter Steinmeier erneut kandidieren?

Nein. Das Grundgesetz erlaubt für das Amt des Bundespräsidenten maximal zwei zusammenhängende Amtszeiten von jeweils fünf Jahren. Steinmeiers zweite Amtszeit endet im März 2027.

Wer sind die aktuell gehandelten Kandidaten?

Neben der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wird der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) als möglicher Kandidat der Union gehandelt. Auch Namen wie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner oder Bundesministerin Karin Prien fielen im Vorfeld.

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Verfasst von

Ahmed Sezer

Leitender Redakteur

Spezialist für Politik, Regierung und Themen von allgemeinem öffentlichem Interesse.

Dieser Artikel wurde mit KI-gestützten Redaktionstools erstellt und vor der Veröffentlichung nach den redaktionellen Standards von Trend Digest geprüft.

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