Bastian Schweinsteiger öffnet Tür für DFB-Aufgabe — Klopp und Völler als Wunschduo
Bastian Schweinsteiger hat eine eigene Aufgabe beim Deutschen Fußball-Bund ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Der Weltmeister von 2014 sagte im Fernsehen, er würde sich vor Verantwortung nicht drücken, nannte aber keinen konkreten Posten. Gleichzeitig sprach er sich für Jürgen Klopp und Rudi Völler als zentrale Figuren des Neustarts aus — wenige Stunden später trat Julian Nagelsmann als Bundestrainer zurück.
Was wir bisher wissen
Die entscheidende Szene entstand während der ARD-Übertragung des WM-Spiels zwischen Spanien und Österreich. Moderatorin Esther Sedlaczek fragte Schweinsteiger, ob er sich selbst einen Posten beim DFB vorstellen könne. Der 41-Jährige verwies zunächst auf seine Arbeit als Fernsehexperte, ließ die Tür für eine Aufgabe im Verband anschließend aber offen.
Also, natürlich würde ich mich nicht drücken vor einer Verantwortung, so bin ich grundsätzlich nicht.
Eine konkrete Funktion nannte Schweinsteiger nicht. Als Sedlaczek später nachhakte, ob sich bereits jemand vom DFB bei ihm gemeldet habe, wich er der Frage aus. Der ausführliche Wortwechsel ist in einem Bericht über die Fernsehszene dokumentiert.

Bei der sportlichen Führung wurde er deutlicher. Sollte Nagelsmann nicht weitermachen, seien Klopp und Völler für ihn das passende Duo. Vor allem Völlers Erfahrung hob Schweinsteiger hervor: Der Sportdirektor kenne das Geschäft und wisse, was für Veränderungen nötig sei.
Die Lage änderte sich am Freitag. Nagelsmann trat nach dem frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay als Bundestrainer zurück. Sein Vertrag lief ursprünglich bis zur Europameisterschaft 2028. Der DFB kündigte an, mit Klopp über die Nachfolge zu sprechen; der 59-Jährige habe seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert. Damit ist aus Schweinsteigers Wunsch nach einer neuen Konstellation binnen eines Tages eine konkrete Personalfrage geworden.
Die Reaktionen
Schweinsteiger begrüßte den schnellen Rücktritt Nagelsmanns. Im DFB-Livebericht der Sportschau erklärte er, eine wochen- oder monatelange Hängepartie sei damit vermieden worden. Mit Blick auf mögliche Gespräche mit Klopp formulierte er die Erwartung an den Neustart klar.
Wir brauchen jetzt wieder Hoffnung.
Seine Kritik reicht jedoch über die Trainerfrage hinaus. Nach dem dritten frühen WM-Aus in Folge sprach Schweinsteiger von verlorener Robustheit, Identität und Kampfbereitschaft. Er bezeichnete die deutsche Mannschaft in ihrer aktuellen Verfassung als Mittelmaß. Oliver Kahn argumentierte ähnlich und verwies darauf, dass Joachim Löw, Hansi Flick und Nagelsmann mit unterschiedlichen Ansätzen jeweils früh bei Weltmeisterschaften gescheitert seien. Für beide liegt das Problem deshalb nicht allein auf der Trainerbank.
Was das für Sie bedeutet
Für Fußballfans in Deutschland geht es damit um mehr als den Namen des nächsten Bundestrainers. Nach den WM-Ausfällen 2018, 2022 und nun 2026 steht der DFB vor der Frage, ob ein Personalwechsel genügt oder Ausbildung, Spielidee und Verantwortungsstruktur grundlegend verändert werden müssen.

Schweinsteigers mögliche Rolle ist deshalb besonders interessant. Er hat keine Bewerbung abgegeben und keinen Posten genannt, gleichzeitig aber deutlich gemacht, dass er Verantwortung grundsätzlich übernehmen würde. Für Zuschauer und Fans bleibt damit neben der Trainerfrage auch offen, ob einer der prägendsten deutschen Nationalspieler seiner Generation künftig selbst in die Verbandsarbeit einsteigt.
Der nächste sportliche Prüfstein ist bereits terminiert. Ende September soll die Nationalmannschaft erstmals nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft wieder zusammenkommen und innerhalb von elf Tagen vier Spiele in der Nations League bestreiten. Bis dahin muss der DFB zumindest die Trainerfrage klären.
Wie es weitergeht
Der DFB will Gespräche mit Klopp aufnehmen. Eine schnelle Unterschrift ist jedoch nicht bestätigt. Klopp steht als Verantwortlicher für den weltweiten Fußballbereich bei Red Bull bis 2029 unter Vertrag; laut Sportschau wurden zuletzt auch Fragen über eine mögliche Ablöse und das Gehalt als Verhandlungspunkte genannt.
Parallel bleibt Klopp während der laufenden Weltmeisterschaft im Fernsehen im Einsatz. Sein nächster bestätigter Auftritt ist am Sonntag beim Spiel zwischen Brasilien und Norwegen. Auch weitere Einsätze bis hin zum Endspiel sind vorgesehen.
Bei Völler ist die Zukunft dagegen nicht geklärt. Während Schweinsteiger ausdrücklich für seinen Verbleib wirbt, machte der Verband bei der Mitteilung zu Nagelsmanns Rücktritt keine Angaben dazu. DFB-Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig wird seinen bis zum 31. Dezember 2026 laufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern.
Auf einen Blick
- Bastian Schweinsteiger schließt eine Aufgabe beim DFB nicht grundsätzlich aus.
- Einen konkreten Posten oder bestätigte Gespräche mit dem Verband nannte er nicht.
- Für die sportliche Führung sprach er sich für Jürgen Klopp und Rudi Völler aus.
- Julian Nagelsmann trat am 3. Juli 2026 als Bundestrainer zurück.
- Der DFB will mit Klopp über die Nachfolge sprechen.
- Die Nationalmannschaft spielt Ende September wieder und bestreitet vier Nations-League-Partien in elf Tagen.
Häufige Fragen
Übernimmt Bastian Schweinsteiger einen Posten beim DFB?
Eine Übernahme ist nicht bestätigt. Schweinsteiger sagte lediglich, dass er sich vor Verantwortung nicht drücken würde, nannte aber weder eine konkrete Funktion noch bestätigte Gespräche mit dem Verband.
Wen wünscht sich Schweinsteiger für die DFB-Führung?
Schweinsteiger sprach sich für Jürgen Klopp und Rudi Völler aus. Völler hält er wegen seiner Erfahrung und seiner Kenntnis des Fußballgeschäfts für besonders wichtig.
Ist Julian Nagelsmann noch Bundestrainer?
Nein. Nagelsmann trat am 3. Juli 2026 nach dem frühen WM-Aus zurück, obwohl sein Vertrag ursprünglich bis zur Europameisterschaft 2028 lief.
Wird Jürgen Klopp neuer Bundestrainer?
Eine Verpflichtung ist noch nicht abgeschlossen. Der DFB hat angekündigt, das Gespräch mit Klopp zu suchen; nach Verbandsangaben hat er seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.
Warum kritisiert Schweinsteiger den deutschen Fußball so deutlich?
Er sieht Defizite bei Robustheit, Identität und Kampfbereitschaft. Das dritte frühe WM-Aus in Folge wertet er als Zeichen dafür, dass die Probleme über die jeweilige Trainerentscheidung hinausgehen.
Wann spielt die deutsche Nationalmannschaft wieder?
Das nächste Zusammenkommen ist für Ende September vorgesehen. Dann stehen vier Nations-League-Spiele innerhalb von elf Tagen an.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.

