MS Anna Katharina rammte Schleuse in Wien — Ursachenforschung läuft nach Schiffsunglück auf der Donau
Ein Ausfall der Steuerung oder ein menschlicher Fehler hat am frühen Freitagmorgen gegen 4:00 Uhr zu einer schweren Havarie auf der Donau geführt. Das Flusskreuzfahrtschiff „MS Anna Katharina“ prallte im Wiener Stadtgebiet bei der Schleuse Freudenau ungebremst gegen eine Kaimauer und ein Schleusentor. Bei dem Aufprall wurden 14 Passagiere leicht verletzt, während die Rettungskräfte mit einem Großaufgebot anrückten.

Das Unglück auf einen Blick
Die mit etwa 200 Personen besetzte „MS Anna Katharina“ befand sich auf einer siebentägigen Donau-Kreuzfahrt unter dem Titel „Donauharmonie“, die in Passau gestartet war. Während die meisten Gäste noch schliefen, erschütterte eine heftige Kollision das Schiff. Durch die Wucht des Aufpralls wurden mehrere Passagiere – vorwiegend deutsche und österreichische Staatsbürger – gegen Möbelstücke geschleudert. Die Wiener Berufsrettung und Feuerwehr sicherten die Unfallstelle ab. Trotz der deutlichen Deformationen am Bug schlug der Rumpf nicht leck, sodass eine Katastrophe vermieden werden konnte.
So lief der Rettungseinsatz an der Schleuse Freudenau
Direkt nach dem Zusammenstoß löste die Einsatzzentrale einen Großeinsatz aus, da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Passagiere über Bord gestürzt waren. Die Wiener Berufsfeuerwehr rückte mit 60 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen aus und suchte die Donau gründlich ab. Diese Befürchtung bestätigte sich nicht.

Da das Schiff mehrere Meter unterhalb der Hafenmauer lag, gestaltete sich die Evakuierung aufwendig: Fünf Personen wurden mithilfe einer Drehleiter geborgen, zwei weitere über ein Feuerwehrboot ans Ufer gebracht. Insgesamt wurden 14 Personen durch Prellungen im Rücken-, Brust- und Nackenbereich verletzt. Sechs davon wurden zur weiteren medizinischen Versorgung in das Donauspital eingeliefert. Die übrigen unverletzten Passagiere konnten die Reise auf einem Ausweichschiff fortsetzen.
Beteiligte Akteure und technisches Ausmaß
Das 2019 gebaute Flusskreuzfahrtschiff des Bonner Reiseveranstalters Phoenix Reisen gehört zur Flotte der Reeder Scylla. Das Schiff misst 135 Meter in der Länge sowie 11,45 Meter in der Breite und bietet Platz für 182 Gäste.

An der Schleuse Freudenau fing der Mittelpfeiler der Anlage den Hauptstoß ab, bevor das Schiff das rechte Schleusentor rammte. Nach Expertenangaben des Verbunds liegt ein mittelschwerer Schaden vor. Die rechte Schleusenkammer muss für Reparaturarbeiten voraussichtlich rund zwei Wochen gesperrt bleiben; der Schiffsverkehr wird über die linke Kammer umgeleitet. Das verunglückte Schiff wurde auf Anordnung der Schifffahrtsaufsicht in eine Werft nach Linz geschleppt.
Untersuchungen und Reaktionen der Behörden
Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen. Im Zentrum der Nachforschungen steht die Befragung des 49-jährigen bulgarischen Kapitäns. Zudem soll die Auswertung der freiwillig mitgeführten Black Box durch den Schiffsbetreiber und die niederländische Zulassungsbehörde Aufschluss darüber geben, ob ein technischer Defekt im Manövriersystem oder ein menschlicher Fahrfehler die Havarie auslöste.
Worauf jetzt zu achten ist
In den kommenden Tagen richten sich die Blicke auf die Werftarbeiten in Linz sowie die detaillierte Auslesung der Flugschreiber-Daten. Da auf der Donau derzeit Niedrigwasser herrscht, rechnet der Schleusenbetreiber Verbund trotz der zweiwöchigen Teilsperrung der Schleuse Freudenau mit keinen größeren Engpässen im Schiffsverkehr.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Menschen wurden bei dem Schiffsunfall auf der Donau verletzt?
Insgesamt erlitten 14 Passagiere leichte Verletzungen wie Prellungen. Sechs von ihnen wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Welche Ursache hat die Kollision der MS Anna Katharina?
Die genaue Ursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei prüft sowohl einen technischen Defekt am Steuerungssystem als auch einen menschlichen Fahrfehler. Hierzu wird auch eine Black Box ausgewertet.
Wo genau ereignete sich der Unfall?
Das Unglück passierte an der Schleuse Freudenau auf der Donau im Stadtgebiet von Wien.
Ist der Schiffsverkehr auf der Donau durch den Unfall beeinträchtigt?
Die rechte Schleusenkammer bleibt für Reparaturen voraussichtlich zwei Wochen lang gesperrt. Der Schiffsverkehr wird über die zweite Schleusenkammer umgeleitet.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.
