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Daimler Truck fordert EU-Regelanpassung für E-Lkw

Daimler Truck kritisiert fehlende EU-Anpassungen bei den CO2-Vorgaben für Nutzfahrzeuge und verweist auf mangelnde Ladeinfrastruktur. Parallel fordert der BDEW die Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für E-Lkw, um den Umstieg attraktiver zu machen.

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Key points

  • Daimler-Vorstand Puchert fordert Kopplung von EU-Vorgaben an den Infrastrukturausbau.
  • Der BDEW schlägt vor, das Sonntagsfahrverbot für schwere Elektro-Lastwagen aufzuheben.
  • Hohe Anschaffungskosten und unzureichende Ladeinfrastruktur hemmen den Markthochlauf.
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Der Umstieg auf emissionsfreie Nutzfahrzeuge in Europa steht vor massiven Hürden, da der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinter den politischen Vorgaben zurückbleibt. Während die EU bei Pkw Anpassungen vorgenommen hat, drohen Lkw-Herstellern laut Daimler Truck weiterhin hohe Strafen. Parallel dazu treibt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Forderungen nach neuen Anreizen wie der Aufhebung des Sonntagsfahrverbots voran.

Mercedes-Benz-Lastwagen vor der Zentrale von Daimler Truck
Ein Mercedes-Benz-Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck — WELT

Was das Problem ist

Die Debatte um die Elektromobilität im schweren Nutzfahrzeugsektor wird durch unzureichende Rahmenbedingungen und fehlende Ladepunkte für große Fahrzeuge auf den europäischen Straßen verschärft. Nach Angaben von Daimler-Truck-Vorstand Achim Puchert seien die Fahrzeuge zwar verfügbar, doch die Infrastruktur und die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes hinken hinterher. Zudem sei der Strompreis zu hoch, um einen klaren wirtschaftlichen Vorteil gegenüber dem Diesel-Antrieb zu erzielen.

Ergänzend fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft politische Kurskorrekturen, um den Marktanteil elektrischer Schwerlaster, der im ersten Halbjahr in Europa bei lediglich 4,8 Prozent lag, spürbar zu erhöhen.

Welche Fahrzeuge betroffen sind

Im Fokus stehen schwere Nutzfahrzeuge und Lkw über 7,5 Tonnen in Deutschland und Europa. Laut den Bestandszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes vom 1. Januar 2026 waren von insgesamt rund vier Millionen zugelassenen Lkw der überwiegende Teil mit Diesel unterwegs, während rein elektrische Lkw mit 115.568 Einheiten einen Bestand von knapp drei Prozent ausmachten.

Elektro-Lkw im Einsatz
Elektrische Nutzfahrzeuge im täglichen Betrieb — Wallstreet Online

Beispiele wie Daimlers Werkslogistik, bei der im Produktionsnetzwerk rund 80 batterieelektrische eActros im Einsatz sind, zeigen jedoch, dass auf festen Pendelverkehren zwischen Werk und Depot bereits Millionen Kilometer elektrisch zurückgelegt wurden.

Die Risiken

Halter von Elektro-Lkw stehen vor erheblichen finanziellen und regulatorischen Hürden. Der Kaufpreis für einen großen E-Lastwagen liegt laut Branchenangaben zwischen 250.000 und 400.000 Euro, während ein vergleichbarer Diesel-Lkw für 120.000 bis 160.000 Euro zu haben ist. Ohne wettbewerbsfähige Betriebskosten, eine ausreichende Ladeinfrastruktur und gezielte Entlastungen drohen den Herstellern hohe Strafzahlungen, während Speditionen den Umstieg scheuen.

Was Speditionen und Halter tun können

Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, schlägt der BDEW vor, das seit 1956 bestehende Sonntagsfahrverbot für rein elektrische Lkw aufzuheben und damit zusätzliche betriebliche Vorteile zu schaffen. Darüber hinaus können Unternehmen durch die Nutzung von Depot-Ladelösungen, gemeinschaftlichen Ladeclustern in Industriegebieten und gezielte Tourenplanung mit bekannten Standorten und Ladefenstern die Effizienz ihrer elektrischen Flotten steigern.

Mercedes-Benz eActros 600
Der eActros 600 von Mercedes-Benz Trucks — BILD

Wie es weitergeht

Die Automobilindustrie und Verbände fordern von der Politik eine engere Kopplung der Regulierungen an den realen Ausbau der Infrastruktur. Ob Ausnahmen beim Sonntagsfahrverbot und flexiblere Regelungen für Ladeinfrastruktur kurzfristig umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum fordert Daimler Truck eine Anpassung der EU-Regeln?

Daimler Truck kritisiert, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge langsamer voranschreitet als angekündigt, weshalb Hersteller nicht allein für verfehlte Ziele haftbar gemacht werden sollten.

Was beinhaltet der Vorschlag des BDEW zum Sonntagsfahrverbot?

Der BDEW fordert eine Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot für rein elektrische Lkw, um Speditionen einen klaren wirtschaftlichen Anreiz zum Umstieg zu geben.

Wie hoch ist der Anteil von Elektro-Lkw in Deutschland?

Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes vom Januar 2026 lag der Anteil von Elektro-Lkw am Gesamtbestand von rund vier Millionen Lastwagen bei knapp drei Prozent.

Welche Kostenunterschiede bestehen zwischen Diesel- und Elektro-Lkw?

Ein herkömmlicher Diesel-Fernverkehrs-Lkw kostet zwischen 120.000 und 160.000 Euro, während ein vergleichbarer E-Lastwagen zwischen 250.000 und 400.000 Euro erfordert.