Lockheed Martin hebt Prognose an — Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 230 Milliarden Dollar
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen massiven Anstieg des Auftragsbestands auf die Rekordsumme von 230,42 Milliarden US-Dollar. Angetrieben durch die anhaltenden globalen Konflikte und eine stark steigende Nachfrage nach Munition und Raketenabwehrsystemen hob die Konzernführung ihre Jahresprognose für Umsatz und Gewinn deutlich an. Die Aktie reagierte im Börsenhandel mit einem deutlichen Kursplus.

Was Marktteilnehmer und Anleger bewegt
Am Aktienmarkt sorgten die Erwartungen an die Quartalszahlen des Rüstungsgiganten im Vorfeld für Aufsehen. Nach vorangehenden Kursschwankungen suchten Anleger nach Signalen, ob der Konzern die operativen Hürden und Lieferkettenprobleme der Vergangenheit überwinden kann. Besondere Aufmerksamkeit galt der Frage, in welchem Ausmaß die weltweiten Rüstungsanstrengungen und das Wiederauffüllen der Bestände durch das US-Verteidigungsministerium die Auftragsbücher füllen.
Welche Fakten offiziell bestätigt sind
Die vorgelegten Finanzkennzahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 20,06 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn sprang auf 1,8 Milliarden US-Dollar bzw. 7,94 US-Dollar je Aktie nach 1,46 US-Dollar im Vorjahr, als Sonderbelastungen das Ergebnis drückten.
Zu den zentralen Treibern dieser Entwicklung gehörten folgende Geschäftserfolge:
- Ein Mehrjahresvertrag mit der US-Raketenabwehrbehörde Missile Defense Agency über 35 Milliarden US-Dollar für das Raketenabwehrsystem THAAD.
- Ein Umsatzplus von 19 Prozent in der Raketensparte („Missiles and Fire Control“).
- Ein signifikanter Anstieg des operativen Cashflows auf 3,2 Milliarden US-Dollar.
- Die Genehmigung einer Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar je Aktie für das dritte Quartal 2026.
Aufgrund des starken Geschäftsverlaufs passte Lockheed Martin die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben an. Der Jahresumsatz wird nun zwischen 79,75 und 81,75 Milliarden US-Dollar erwartet (zuvor 77,50 bis 80,00 Milliarden US-Dollar). Das Ziel für den Gewinn je Aktie stieg auf 29,95 bis 30,65 US-Dollar. Zudem kooperiert das Unternehmen verstärkt mit Partnern: In den USA arbeitet der Konzern mit General Motors zusammen, während in Europa eine Vereinbarung mit Rheinmetall zur gemeinsamen Fertigung des Raketensystems ATACMS geschlossen wurde.

Welche Punkte derzeit noch unbestimmt sind
Trotz der klaren Zahlen bleiben operative Unsicherheiten bestehen. Nicht in der aktuellen Jahresprognose enthalten ist die geplante Übernahme von Ultra Maritime, da nicht abgeschlossene Transaktionen laut Unternehmensangaben grundsätzlich unberücksichtigt bleiben. Unklar ist zudem, wie schnell die geplanten Kapazitätserweiterungen in europäischen Fertigungsstätten greifen und ob mögliche Budgetverschiebungen im US-Verteidigungshaushalt mittelfristig Einfluss auf einzelne Großprogramme nehmen könnten.
Der Gesamtzusammenhang in der Branche
Die Ergebnisse von Lockheed Martin fügen sich in einen branchenweiten Boom im Verteidigungssektor ein. Aufgrund der anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten verzeichnen europäische wie US-amerikanische Rüstungsunternehmen historische Auftragsstände. Auch der französische Konzern Thales meldete zuletzt einen Auftragseingang, der die Analystenschätzungen um 19 Prozent übertraf. Die anhaltenden Spannungen führen dazu, dass Regierungen langfristige Beschaffungsverträge abschließen, was Unternehmen der Branche über Jahre hinweg gut planbare Einnahmen sichert.
Aktueller Stand und Ausblick
Lockheed Martin präsentiert sich bilanziell gestärkt und verfügt über einen vollen Auftragsbestand, der die Auslastung auf Jahre hinaus absichert. Der Fokus des Managements liegt nun auf dem fristgerechten Hochlauf der Munitions- und Raketenproduktion sowie der Umsetzung der internationalen Produktionspartnerschaften. Anleger richten ihr Augenmerk auf die Auszahlung der angekündigten Dividende am 25. September 2026 sowie auf weitere Fortschritte bei den behördlichen Genehmigungen für die Akquisition von Ultra Maritime.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch ist der aktuelle Auftragsbestand von Lockheed Martin?
Der Auftragsbestand des US-Rüstungskonzerns kletterte im zweiten Quartal 2026 auf den Rekordwert von 230,42 Milliarden US-Dollar. Dazu trug unter anderem ein Milliardenauftrag für das THAAD-Raketenabwehrsystem bei.
Wie hat sich der Gewinn von Lockheed Martin entwickelt?
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn auf 1,8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 7,94 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn je Aktie noch bei 1,46 US-Dollar, da damals Einmalbelastungen das Ergebnis drückten.
Wie lautet die angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2026?
Lockheed Martin erwartet für das Gesamtjahr 2026 nun einen Umsatz zwischen 79,75 und 81,75 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie im Bereich von 29,95 bis 30,65 US-Dollar.
Wann wird die nächste Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet?
Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar je Aktie genehmigt. Die Auszahlung erfolgt am 25. September 2026 an die zum Stichtag 1. September 2026 eingetragenen Aktionäre.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.

