Nach Schecks Laudatio: Lesekatze erhält Bayerns Preis

Die Lesekatze in Alzenau ist Bayerns Buchhandlung des Jahres 2025. Denis Scheck hielt die Laudatio, Markus Blume überreichte den mit 10.000 Euro dotierten Preis.

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10.000 Euro Preisgeld, ein Titel für nur eine Buchhandlung im Freistaat und eine Bühne in Alzenau: Die Lesekatze ist als Bayerns Buchhandlung des Jahres 2025 ausgezeichnet worden. Für Inhaberin Christina Kelm und ihr Team ist das mehr als eine Ehrung für gut gefüllte Regale. Der Preis rückt eine Buchhandlung ins Licht, die laut Jury Kulturarbeit, Leseförderung und Nachwuchsarbeit miteinander verbindet.

Auszeichnung der Buchhandlung Lesekatze in Alzenau
Die Lesekatze in Alzenau wurde offiziell ausgezeichnet — Radio Primavera

Das Wichtigste

  • Die Lesekatze in Alzenau ist Bayerns Buchhandlung des Jahres 2025.
  • Überreicht wurde die Auszeichnung von Bayerns Kunstminister Markus Blume.
  • Die Laudatio hielt der Literaturkritiker, Journalist und Übersetzer Denis Scheck.
  • Der Preis ist 2025 erstmals mit 10.000 Euro dotiert.
  • Die Jury hob besonders hervor, dass die Buchhandlung jedes Jahr 15 bis 20 jungen Menschen Praktika im Laden ermöglicht.

So kam es dazu

In Alzenau ging es bei der Verleihung nicht nur um eine lokale Erfolgsgeschichte. Der Freistaat Bayern zeichnet seit 2015 Buchhandlungen aus, die über den reinen Verkauf hinaus wirken. 2025 fiel die Wahl auf die Lesekatze, die nach Angaben des bayerischen Kunstministeriums Veranstaltungen organisiert, Menschen zusammenbringt und junge Leute für Lesen und Buchhandel begeistert.

Kunstminister Markus Blume übergab den Preis in Alzenau. In seiner Würdigung beschrieb er die Lesekatze als Ort, an dem nicht einfach Bücher verkauft würden, sondern Geschichten und Ideen weitergetragen werden. Die vollständige Darstellung der Preisverleihung veröffentlichte unter anderem die Samerberger Nachrichten.

Preisverleihung an die Lesekatze in Alzenau
Die Verleihung in Alzenau machte die Buchhandlung bayernweit sichtbar — Samerberger Nachrichten

Denis Scheck gab der Veranstaltung zusätzlich literarisches Gewicht. Der Kritiker, Journalist und Übersetzer hielt die Laudatio; in einem Gespräch mit dem Main-Echo nannte er Alzenau mit Buchhändlerin Christina Kelm einen besonderen Ort auf der literarischen Landkarte der Republik. Sein Satz, er erwarte von einem Buchladen, was andere von einem LSD-Trip erwarten, bringt auf zugespitzte Weise auf den Punkt, was an diesem Preis mitschwingt: Eine gute Buchhandlung soll nicht nur Ware bereithalten, sondern Überraschung, Begegnung und Entdeckung ermöglichen.

Auch Bürgermeister Stephan Noll ordnete die Auszeichnung als Gewinn für die Stadt ein. Er bezeichnete die Buchhandlung als kulturellen Mittelpunkt, der Menschen verschiedener Generationen für Literatur begeistert und zusammenbringt. Genau diese Verbindung aus Geschäft, Treffpunkt und Kulturprogramm erklärt, warum ein kleiner Laden aus Alzenau überregional wahrgenommen wird.

Warum das zählt

Der Preis erzählt eine größere Geschichte über den stationären Buchhandel. Das bayerische Kunstministerium vergibt die Auszeichnung auf Vorschlag einer unabhängigen Jury; 2025 geschah das zum siebten Mal. Frühere Preisträger waren unter anderem Buchfink in Parsberg, die Buchhandlung Schmid in Schwabmünchen, Pelzner in Nürnberg-Eibach, Barbaras Bücherstube in Moosburg, Bräunling in Puchheim und Bücher Lehmann in Nördlingen.

Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist die Nachricht deshalb relevant, weil viele kleinere Buchhandlungen unter Druck stehen, zugleich aber als lokale Kulturorte gebraucht werden. Blume sprach im Zusammenhang mit guten Buchhandlungen von kulturellen Lebensadern und von Orten, die eigenständige Urteilsbildung fördern. Die Lesekatze passt in dieses Bild, weil sie laut Jury den Wirtschaftsbetrieb rentabel aufrechterhält und zugleich kultureller Mittelpunkt geworden ist.

Team der Lesekatze mit Minister Markus Blume
Die Auszeichnung wird nur alle zwei Jahre an eine Buchhandlung im Freistaat vergeben — main-echo.de

Besonders deutlich wird das beim Nachwuchs. Die Jury betonte, dass die Lesekatze jedes Jahr 15 bis 20 jungen Menschen als Praktikanten die Möglichkeit gibt, den Ausbildungsberuf kennenzulernen. Das ist für einen kleinen Laden organisatorisch anspruchsvoll, zeigt aber, dass Buchhandel hier nicht nur als Verkauf, sondern als weiterzugebendes Handwerk verstanden wird.

Laudatio
Eine feierliche Würdigung bei einer Preisverleihung; in Alzenau hielt sie Denis Scheck.
Stationärer Buchhandel
Buchhandel mit einem festen Laden vor Ort, im Unterschied zum reinen Onlineverkauf.
Dritter Ort
Ein Begriff für Orte neben Zuhause und Arbeitsplatz, an denen Menschen sich gern aufhalten und begegnen.

Wie es weitergeht

Bestätigt ist vor allem die unmittelbare Folge der Auszeichnung: Die Lesekatze erhält den Titel Bayerns Buchhandlung des Jahres 2025 und 10.000 Euro Preisgeld. Wofür das Geld konkret eingesetzt wird, geht aus den frei zugänglichen Quellentexten nicht hervor.

Für Alzenau bleibt die Ehrung ein sichtbarer kultureller Moment. Der Preis macht die Arbeit von Christina Kelm und ihrem Team über die Region hinaus bekannt und setzt zugleich ein Signal an andere kleinere Buchhandlungen: Kulturarbeit, Veranstaltungen und Nachwuchsförderung können im lokalen Buchhandel den Unterschied machen.

Häufige Fragen

Warum wurde die Lesekatze in Alzenau ausgezeichnet?

Die Jury überzeugten Kulturarbeit, Leseförderung, Veranstaltungen und das Engagement für junge Menschen, die den Beruf im Laden kennenlernen können.

Welche Rolle spielte Denis Scheck bei der Preisverleihung?

Denis Scheck hielt die Laudatio. Als Literaturkritiker, Journalist und Übersetzer gab er der Ehrung eine fachliche und öffentliche Stimme aus der Literaturszene.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Der Preis ist 2025 erstmals mit 10.000 Euro dotiert.

Wer hat die Auszeichnung überreicht?

Bayerns Kunstminister Markus Blume überreichte die Auszeichnung in Alzenau.

Warum ist die Auszeichnung über Alzenau hinaus interessant?

Sie zeigt, dass kleinere Buchhandlungen als Kulturorte wirken können: Sie schaffen Begegnung, fördern Lesekultur und geben jungen Menschen Einblick in den Buchhandel.