„Unsere kleine Farm“ erobert Netflix in Deutschland – weltweit bleibt der Neustart zurück
Platz 1 in Deutschland, aber nur 6,4 Millionen Abrufe weltweit: Die neue Netflix-Version von „Unsere kleine Farm“ startet mit zwei sehr unterschiedlichen Erfolgsgeschichten. Während die Ingalls hierzulande sofort an ihre jahrzehntelange Popularität anknüpfen, erreicht die Serie international zunächst nur Rang drei unter den englischsprachigen Netflix-Serien. Eine zweite Staffel ist trotzdem bereits beschlossen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- „Unsere kleine Farm“ steht seit mehreren Tagen auf Platz 1 der täglichen Netflix-Seriencharts in Deutschland.
- In der ersten weltweiten Auswertungswoche kam die Serie auf 6,4 Millionen Abrufe und Rang drei der englischsprachigen Serien.
- Die erste Staffel umfasst acht Folgen und erzählt ungefähr zwei Jahre aus dem Leben der Familie Ingalls.
- Die Neuauflage rückt Laura, die Rolle der Frauen und die Perspektive der Osage deutlich stärker in den Mittelpunkt.
- Netflix hatte eine zweite Staffel bereits vor der Veröffentlichung der ersten Staffel freigegeben.
Wie der Neustart einzuordnen ist
Seit dem 9. Juli 2026 ist die Neuauflage bei Netflix verfügbar. In Deutschland fand sie schnell ein großes Publikum. Das überrascht kaum: Die ursprüngliche Serie war ab 1976 im deutschen Fernsehen zu sehen und entwickelte sich durch zahlreiche Wiederholungen zu einem generationsübergreifenden Dauerbrenner. Selbst 2024 wurden weltweit noch rund 13 bis 14 Milliarden Wiedergabeminuten des Klassikers verzeichnet.
International fällt der Auftakt verhaltener aus. Laut dem Bericht zu den weltweiten Abrufzahlen erreichte „Unsere kleine Farm“ in den ersten vier verfügbaren Tagen 6,4 Millionen Abrufe. Damit lag die Serie hinter „Nur für dein Leben“ mit 11,5 Millionen und „Worst Neighbor Ever – Tödliche Nachbarschaft“ mit 8,1 Millionen Abrufen. Der verkürzte Messzeitraum erklärt einen Teil des Abstands, beseitigt aber nicht die Frage, ob der bekannte Stoff außerhalb einzelner Kernmärkte genügend Zuschauer bindet.

Inhaltlich versucht die Produktion keine bloße Wiederholung. Die erste Staffel beginnt in Independence im Bundesstaat Kansas und orientiert sich damit enger an Laura Ingalls Wilders Büchern als die Fernsehfassung der 1970er-Jahre. Laura wird von Alice Halsey gespielt, Charles von Luke Bracey, Caroline von Crosby Fitzgerald und Mary von Skywalker Hughes. Die Handlung zeigt Fieber, wirtschaftliche Not, Brände und Konflikte um das Land, auf dem sich weiße Siedler niederlassen.
Besonders deutlich verändert wurde die Darstellung der Osage. Kulturelle Berater des Stammes begleiteten die Produktion, während indigene Figuren nicht mehr nur am Rand der Geschichte auftauchen. Zugleich erhält Caroline Ingalls eine aktivere gesellschaftliche Rolle. Diese Entscheidungen führen zu einer breiten Debatte darüber, wie ein vertrauter Familienklassiker neu erzählt werden kann, ohne die problematischen Seiten seiner Vorlage auszublenden.
Warum das für das deutsche Publikum zählt
Der Spitzenplatz in Deutschland zeigt, wie stark die Erinnerung an das Original weiterhin wirkt. Viele Zuschauer verbinden „Unsere kleine Farm“ mit ruhigem Familienfernsehen, moralischen Konflikten und Figuren, die über zahlreiche Episoden wachsen konnten. Genau hier setzt auch die Kritik an: Mehrere Besprechungen bemängeln, dass acht Folgen für den erzählten Zeitraum zu knapp seien und emotionale Entwicklungen dadurch zu schnell abgehandelt würden.

Andere Kritiken loben gerade den neuen Blick auf Landnahme, Rassismus, Frauenrollen und das Zusammenleben verschiedener Gemeinschaften. Für deutsche Zuschauer entsteht damit ein ungewöhnlicher Vergleich: Die Serie greift vertraute Namen und Motive auf, erzählt aber weniger von Walnut Grove als von den historischen Widersprüchen hinter dem amerikanischen Pioniermythos. Der Erfolg hierzulande dürfte deshalb nicht allein auf Nostalgie beruhen, sondern auch auf der Neugier, wie weit Netflix den bekannten Stoff verändert.
Wie es weitergeht
Die zweite Staffel ist bereits gesichert. Nach den bisher veröffentlichten Angaben soll die Familie in die Nähe von Walnut Grove in Minnesota ziehen. Dort werden Lauras und Marys erste Schulerfahrungen sowie die Begegnung mit Nellie Oleson eine größere Rolle spielen.
Ein offizieller Veröffentlichungstermin wurde in den vorliegenden Quellen nicht genannt. Die künftigen internationalen Abrufzahlen werden jedoch entscheidend dafür sein, ob die Neuauflage über die zweite Staffel hinaus fortgesetzt wird.
Häufige Fragen zur neuen Serie
Seit wann läuft „Unsere kleine Farm“ auf Netflix?
Die neue Serie ist seit dem 9. Juli 2026 bei Netflix verfügbar. Die erste Staffel besteht aus acht Folgen.
Ist „Unsere kleine Farm“ auf Netflix erfolgreich?
In Deutschland erreichte die Serie Platz 1 der täglichen Netflix-Seriencharts. Weltweit kam sie in ihrer ersten Auswertungswoche mit 6,4 Millionen Abrufen auf Rang drei der englischsprachigen Serien.
Kommt eine zweite Staffel von „Unsere kleine Farm“?
Ja, Netflix hat die zweite Staffel bereits vor dem Start der ersten Folgen freigegeben. Ein genauer Veröffentlichungstermin wurde noch nicht bestätigt.
Ist die Netflix-Serie eine Neuauflage der alten Fernsehserie?
Die neue Fassung verwendet dieselben Hauptfiguren, orientiert sich jedoch stärker an den Büchern von Laura Ingalls Wilder. Sie beginnt in Independence und erzählt die Perspektive der Osage sowie die historischen Konflikte um das besiedelte Land ausführlicher.
Wer spielt Laura Ingalls in der neuen Serie?
Alice Halsey übernimmt die Rolle von Laura Ingalls und fungiert zugleich als Erzählerin. Skywalker Hughes spielt ihre Schwester Mary, Luke Bracey den Vater Charles und Crosby Fitzgerald die Mutter Caroline.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.
