WhatsApp-Betrug am 29. Juli: So werden Konten gekapert

Gefälschte Abstimmungslinks ermöglichen Betrügern den Zugriff auf WhatsApp-Konten. Im Landkreis Rostock verloren vier Kontakte insgesamt 3.150 Euro.

WhatsApp-Betrug: So schützen Sie Ihr Konto
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WhatsApp-Betrug am 29. Juli: So werden Konten gekapert

Eine scheinbar harmlose Bitte um eine Abstimmung, ein kurzer Klick, dann läuft der Messenger weiter wie gewohnt. Genau das macht die aktuelle Masche so gefährlich: Betroffene merken oft nicht sofort, dass Fremde ihr Konto übernommen haben. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt nach Fällen im Landkreis Rostock und in Gadebusch vor gefälschten Links, QR-Codes und Bestätigungscodes. In einem Fall überwiesen vier Kontakte zusammen 3.150 Euro an die Täter.

Smartphone mit geöffnetem Messenger
Die Betrüger nutzen gefälschte Abstimmungen, um WhatsApp-Konten zu übernehmen — NDR.de

Die Lage auf einen Blick

Die aktuelle Betrugswelle beginnt meist mit einer Nachricht, die scheinbar von einer bekannten Person stammt. Darin geht es um eine Online-Abstimmung, einen Wettbewerb oder eine andere kleine Gefälligkeit. Wer dem Link folgt und anschließend einen QR-Code scannt, eine PIN eingibt oder einen Bestätigungscode freigibt, verknüpft unbemerkt ein fremdes Gerät mit dem eigenen Konto.

Danach schreiben die Täter gespeicherte Kontakte an. Sie täuschen eine akute finanzielle Notlage vor und setzen auf das Vertrauen zwischen Freunden und Angehörigen. Die Warnung des NDR nennt als konkreten Vorwand eine dringend notwendige Zahnbehandlung.

So entwickelte sich der Fall

Am Freitag, dem 24. Juli 2026, erhielt ein 65-Jähriger aus dem Landkreis Rostock einen Link von einer vermeintlich bekannten Person. Er folgte den Anweisungen auf der gefälschten Seite. Kurz darauf war sein WhatsApp-Konto übernommen.

Die Täter verschickten in seinem Namen zahlreiche Nachrichten an seine Kontakte und baten um Geld. Obwohl der Mann sein Umfeld rasch warnte, überwiesen vier Personen insgesamt 3.150 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs und des Ausspähens von Daten.

Darstellung eines gehackten WhatsApp-Kontos
Unbekannte Sitzungen lassen sich in den Einstellungen unter „Verknüpfte Geräte“ erkennen — SWR3

Ein ähnlicher Versuch wurde im Bereich Gadebusch gemeldet. Dort gaben sich die Täter ebenfalls als vertraute Kontaktperson aus und erfanden eine finanzielle Notlage. Dieser Betrug wurde rechtzeitig erkannt und angezeigt.

Ein weiterer Fallkomplex aus Villingen zeigt, dass Kriminelle auch andere Codes missbrauchen. Eine 14-Jährige, eine 15-Jährige und eine 22-Jährige leiteten SMS-Codes weiter, die angeblich von Freundinnen angefordert wurden. Tatsächlich dienten sie Einkäufen über den Apple Store oder den Playstation Store; die Kosten erschienen später auf der Mobilfunkrechnung.

Wichtige Personen und technische Details

Der zentrale Mechanismus ist die Geräteverknüpfung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bezeichnet diese Methode als „Ghost Pairing“. Dabei bringt eine gefälschte Seite das Opfer dazu, ein fremdes Gerät für das eigene WhatsApp-Konto zu autorisieren. Weil die Anwendung auf dem eigenen Smartphone zunächst normal weiterläuft, fällt der Zugriff nicht sofort auf.

Geräteverknüpfung
WhatsApp kann auf weiteren Geräten genutzt werden. Genau diese Funktion missbrauchen die Täter.
Bestätigungscode
Ein einmaliger Code dient eigentlich der Anmeldung oder Verknüpfung. Er darf nicht an andere weitergegeben werden.
Zwei-Schritt-Verifizierung
Eine zusätzliche PIN schützt das Konto davor, auf einem neuen Gerät eingerichtet zu werden.

Die Täter arbeiten nach Angaben der Polizei auffallend routiniert. Sie beantworten Rückfragen plausibel und lehnen Telefonate mit Ausreden ab, etwa wegen einer angeblichen Betäubung nach einer Operation oder technischer Probleme. Ein direkter Anruf über die bekannte Nummer durchbricht genau diese Täuschung.

Kennzeichen des Polizeipräsidiums Rostock
Das Polizeipräsidium Rostock rät zu Rückrufen, Kontrollen und zusätzlicher Kontosicherung — Presseportal

Reaktionen und empfohlene Schritte

Das Polizeipräsidium Rostock appelliert, ungewöhnliche Nachrichten telefonisch oder persönlich zu prüfen. Links, QR-Codes, PINs und Bestätigungscodes sollten nur genutzt werden, wenn ihre Herkunft zweifelsfrei feststeht. Unter „Verknüpfte Geräte“ lassen sich unbekannte Sitzungen sofort beenden.

Auch die Schritt-für-Schritt-Hilfe von SWR3 empfiehlt, fremde Geräte zu entfernen. Wer aus dem eigenen Konto ausgesperrt wurde, kann sich mit der bisherigen Telefonnummer erneut registrieren. Nach Eingabe des per SMS zugesandten Codes werden andere verknüpfte Geräte abgemeldet.

Bei jeder Geldforderung gilt: zuerst anrufen, dann handeln. Das schützt nicht nur das eigene Konto, sondern auch Kontakte, die einer glaubwürdig formulierten Nachricht sonst vertrauen könnten. Die Polizei empfiehlt außerdem, ältere Familienangehörige und Bekannte gezielt über die Masche zu informieren.

Worauf jetzt zu achten ist

Entscheidend ist, ob weitere Fälle mit demselben Muster gemeldet werden und ob bereits überwiesenes Geld zurückgeholt werden kann. Für Nutzer zählt vor allem die Kontrolle der verknüpften Geräte. Unerklärliche Einträge, ein plötzlich verändertes Profilbild, eine unerwartete Abmeldung oder ein ohne Anlass zugesandter Bestätigungscode sind Warnzeichen.

Wer bereits einen unbekannten QR-Code gescannt oder einen Code eingegeben hat, sollte sofort alle fremden Sitzungen entfernen, die Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren und seine Kontakte warnen. Bei einem finanziellen Schaden sollte Anzeige erstattet werden.

Häufige Fragen

Wie beginnt die aktuelle WhatsApp-Betrugsmasche?

Meist kommt eine Nachricht von einem scheinbar bekannten Kontakt mit einem Link zu einer Abstimmung oder Aktion.

Wie übernehmen die Täter das Konto?

Sie bringen das Opfer dazu, einen QR-Code zu scannen, eine PIN einzugeben oder einen Bestätigungscode freizugeben und verknüpfen so ihr eigenes Gerät.

Wie erkenne ich einen möglichen Fremdzugriff?

Prüfen Sie unter „Verknüpfte Geräte“, ob unbekannte Sitzungen aktiv sind. Auch eine unerwartete Abmeldung oder ein verändertes Profilbild kann auffallen.

Was soll ich bei einer Geldforderung tun?

Rufen Sie die Person unter der bekannten Telefonnummer an. Überweisen Sie nichts, solange die Bitte nicht zweifelsfrei bestätigt ist.

Was kann ich nach einem Angriff tun?

Entfernen Sie unbekannte Geräte, registrieren Sie das Konto bei Bedarf erneut, aktivieren Sie die Zwei-Schritt-Verifizierung und informieren Sie Ihre Kontakte.

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Verfasst von

Ahmed Sezer

Leitender Redakteur

Spezialist für Politik, Regierung und Themen von allgemeinem öffentlichem Interesse.

Dieser Artikel wurde mit KI-gestützten Redaktionstools erstellt und vor der Veröffentlichung nach den redaktionellen Standards von Trend Digest geprüft.

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