Nach Großbrand in Oberriexingen: 60 Rinder tot
Für viele Menschen in Deutschland ist der Brand in Oberriexingen mehr als eine lokale Unglücksmeldung: Er zeigt, wie schnell ein landwirtschaftlicher Betrieb, Tiere und Wohngebäude in der Nacht massiv gefährdet sein können. Auf einem abgelegenen Bauernhof im Kreis Ludwigsburg sind in der Nacht auf Mittwoch etwa 60 Rinder verendet. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wurde niemand verletzt, der Sachschaden wird jedoch auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt.

Hintergrund und Einordnung
Der Brand ereignete sich auf einem Aussiedlerhof nördlich des Gewerbegebiets Erkerstal. Solche Höfe liegen häufig außerhalb dichter Wohnbebauung; genau das kann Einsätze erschweren, weil Anfahrt, Wasserversorgung und Absicherung größere Rollen spielen als bei einem Brand mitten im Ort.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, standen nach Angaben der Polizei bereits zwei Scheunen in Vollbrand. In einer der Scheunen befanden sich die Rinder, die das Feuer nicht überlebten. Zugleich griffen die Flammen auf zwei Wohnhäuser über: Eines wurde leicht beschädigt, im zweiten brannte der Dachstuhl.
- Aussiedlerhof
- Ein landwirtschaftlicher Hof außerhalb geschlossener Wohngebiete.
- Vollbrand
- Ein Brandzustand, bei dem ein Gebäude oder Gebäudeteil bereits vollständig brennt.
- Glutnester
- Verdeckte Brandstellen, die nach dem Löschen erneut aufflammen können.
Was in der Nacht passiert ist
Der Notruf ging nach den vorliegenden Angaben gegen 1.35 Uhr ein. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten mit einem Großaufgebot aus, weil die Lage auf dem landwirtschaftlichen Hof bereits beim Eintreffen sehr ernst war. Die Polizei Ludwigsburg teilte mit, dass auch mehrere Fahrzeuge auf dem Hof beschädigt wurden.
Die Löscharbeiten zogen sich über Stunden. Nach Angaben mehrerer Berichte mussten abgebrannte Gebäudeteile eingerissen werden, damit die Einsatzkräfte an Brand- und Schwelstellen herankamen. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um die Rauchentwicklung aus der Luft zu beobachten und zu prüfen, ob nahe Wohngebiete gefährdet waren.

Die Warn-App Nina warnte Anwohner in Ober- und Unterriexingen vor starker Rauchentwicklung. Die Polizei empfahl, das betroffene Gebiet weiträumig zu umfahren und Fenster sowie Türen geschlossen zu halten. Messungen der Feuerwehr ergaben nach den Berichten jedoch keine überhöhten Belastungen in der Luft.
Für die Einsatzkräfte war nicht nur das Feuer selbst ein Problem. Nach Angaben der Ludwigsburger Kreiszeitung wurden auch Diesel und Öle erwähnt, weshalb die Untere Wasserschutzbehörde gerufen wurde. Später berichtete die Bietigheimer Zeitung, aus der Enz seien Proben entnommen worden; Auffälligkeiten seien dabei nicht festgestellt worden.
Die Reaktionen
Vor Ort beschrieben Verantwortliche die Lage als außergewöhnlich. Markus Müller, stellvertretender Kommandant der Oberriexinger Wehr, sagte der Bietigheimer Zeitung, die Feuerwehr suche weiter nach möglichen Brand- und Schwelherden.
Wir sind gerade dabei, die restlichen Glutnester zu bekämpfen und die verschütteten Gebäudeteile freizulegen, um sicherzugehen, dass nicht noch weitere Brand- oder Schwelherde vorhanden sind, die wir nur auf diese Weise entdecken können
Oberriexingens Bürgermeister Ron Keller war nach eigenen Angaben von der Alarmierung an vor Ort. Er kümmerte sich laut Bericht um Einsatzmaßnahmen, Umweltschutz und Verpflegung. Die Ermittlungen zur Ursache hat die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg übernommen.
Das war eine vorbildliche Zusammenarbeit der Feuerwehren
Was der Brand bedeutet
Der geschätzte Schaden von mindestens fünf Millionen Euro zeigt, wie weit die Folgen über zerstörte Gebäude hinausgehen. Auf einem landwirtschaftlichen Hof hängen Stallungen, Maschinen, Fahrzeuge, Futtervorräte und Wohnraum eng zusammen. Wenn zwei Scheunen ausbrennen und Wohnhäuser beschädigt werden, steht für die betroffene Familie nicht nur der Betrieb, sondern auch der Alltag unter Druck.

Für Anwohner war vor allem die Rauchentwicklung spürbar. Die Warnung über Nina war deshalb eine Vorsichtsmaßnahme, die direkt in den Alltag eingriff: Fenster schließen, Türen geschlossen halten, Straßen meiden. Dass die Messungen keine erhöhten Luftbelastungen ergaben, erklärt, warum aus der Warnlage nach den Löscharbeiten keine breitere Gefährdungsmeldung wurde.
Der Tod der Tiere macht den Brand besonders schwer. Rund 60 Rinder konnten aus der brennenden Scheune nicht gerettet werden. Bei Stallbränden entscheidet oft die erste Phase des Einsatzes darüber, ob Tiere, Gebäude und angrenzende Wohnbereiche noch geschützt werden können; in Oberriexingen standen die Scheunen bereits in Vollbrand, als die Einsatzkräfte ankamen.
Wie es weitergeht
Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache. Gesicherte Erkenntnisse dazu lagen in den vorliegenden Berichten noch nicht vor. Auch die genaue Zahl der Menschen, die zum Zeitpunkt des Brandes auf dem Hof waren, war zunächst nicht geklärt.
Am Mittwoch dauerten Nachlöscharbeiten an, weil Einsatzkräfte Glutnester bekämpften und Gebäudeteile freilegten. Für die kommenden Tage bleibt vor allem die Frage, welche Folgen Löschwasser, Diesel und Öle für den Hof und die Umgebung haben.
Fragen und Antworten
Was ist in Oberriexingen passiert?
Auf einem abgelegenen Bauernhof in Oberriexingen im Kreis Ludwigsburg ist in der Nacht auf Mittwoch ein Großbrand ausgebrochen. Zwei Scheunen standen beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand, außerdem wurden Wohnhäuser und Fahrzeuge beschädigt.
Wie viele Tiere sind bei dem Brand gestorben?
Nach den vorliegenden Angaben verendeten rund 60 Rinder in den Flammen. Die Tiere befanden sich in einer der brennenden Scheunen und konnten das Feuer nicht überleben.
Gab es Verletzte bei dem Feuer?
Nach bisherigem Erkenntnisstand wurde niemand verletzt. Die Bewohner des Hofs blieben laut Polizei nach den vorliegenden Angaben unverletzt.
Wie hoch ist der Schaden nach dem Brand?
Der Sachschaden wird ersten Schätzungen zufolge auf rund fünf Millionen Euro beziffert. Diese Summe umfasst die schweren Schäden an Scheunen, Wohngebäuden, Fahrzeugen und weiteren Teilen des landwirtschaftlichen Hofs.
War der Rauch für Anwohner gefährlich?
Anwohner wurden über die Warn-App Nina vor starker Rauchentwicklung gewarnt und sollten Fenster sowie Türen geschlossen halten. Messungen der Feuerwehr ergaben jedoch keine überhöhten Belastungen in der Luft.
Ist die Brandursache bekannt?
Nein, zur Brandursache gab es in den vorliegenden Berichten noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.
