Stiftung Warentest: Verbotene Schadstoffe in Kinderwagen entdeckt

Im aktuellen Test von Stiftung Warentest und VKI fallen vier von zwölf Kinderwagen durch. In mehreren Modellen wurden verbotene Weichmacher und PFAS nachgewiesen.

Stiftung Warentest: Verbotene Schadstoffe in Kinderwagen
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Mangelhaft wegen verbotener Weichmacher: Stiftung Warentest straft beliebte Kinderwagen ab

In vier von zwölf geprüften Kinderwagen haben Tester verbotene Chemikalien und Schadstoffe entdeckt. Mit der Note 5,2 landete der BabyOne Little One Kodiak auf dem letzten Platz im Test, da ein Plastikbügel zu viel des verbotenen Weichmachers DEHP enthielt.

Kinderwagen im Test bei Stiftung Warentest
Nur vier von zwölf getesteten Kinderwagen schnitten im aktuellen Test gut ab. — DIE ZEIT

Die Testergebnisse im Überblick

Ein aktueller Produkttest der deutschen Stiftung Warentest und des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) sorgt für große Verunsicherung bei werdenden Eltern. Untersuchungsobjekte waren zwölf aktuelle Modelle — darunter neun Kombikinderwagen für ein Kind sowie drei Modelle für Geschwister oder Zwillinge. Die Preisspanne reichte dabei von rund 350 Euro bis über 1.500 Euro.

Das Gesamtergebnis fällt ernüchternd aus: Lediglich vier Kinderwagen sicherten sich das Qualitätsurteil „gut“. Ebenfalls vier Modelle fielen mit der Note „mangelhaft“ beziehungsweise „nicht zufriedenstellend“ durch. Der Grund für das schlechte Abschneiden liegt selten bei der Verarbeitung, sondern bei gefährlichen Substanzen in Stoffen und Griffen sowie ergonomischen Mängeln.

Entwicklungen und Testergebnisse im Detail

Die Prüfer bewerteten die Modelle nach einem strengen Schüssel: Die kindgerechte Gestaltung floss mit 45 Prozent in die Note ein, während die Handhabung 35 Prozent ausmachte. Im Labor folgte die chemische Analyse aller Komponenten. Zudem mussten die Wagen auf einem Laufband insgesamt 96.000-mal über Hindernisse fahren.

Kinderwagen auf dem Prüfstand
Viele Modelle wiesen kritische Weichmacher und Fluorverbindungen auf. — BR

Die Testsieger beweisen, dass hohe Preise keineswegs Sicherheit garantieren. Der Testsieger Joolz Hub² mit Wanne kostet rund 1.060 Euro, während das ebenfalls mit „gut“ bewertete Modell Hauck Move N Care Set bereits für etwa 450 Euro erhältlich ist. Beide Modelle überzeugten die Prüfer durch Haltbarkeit und Schadstofffreiheit. Keiner der drei getesteten Geschwisterwagen kam über die Note „durchschnittlich“ hinaus.

Problemstoffe und Betroffene im Überblick

In zwei Modellen wiesen die Laboratorien den Phthalat-Weichmacher DEHP nach. Die Chemikalie steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen, und ist in Babyartikeln seit 2007 EU-weit verboten.

Erstaunt darüber, dass man auch 2026 wieder auf diese Stoffe gestoßen sei. Diese sind schließlich schon seit Jahren verboten.

Holger Brackmann, Bereichsleiter Untersuchungen bei Stiftung Warentest

Folgende vier Modelle fielen im Test komplett durch:

  • BabyOne Little One Kodiak (ca. 404 Euro): Note 5,2. Erhöhte DEHP-Werte im Sicherheitsbügel. Der Händler bietet Kunden eine kostenfreie Rücknahme an.
  • Baby Jogger City Mini GT2 Double (ca. 1.270 Euro): Note 5,0. Grenzwertüberschreitungen bei DEHP im Regenverdeck und PFAS im Wannenbezug.
  • Kinderkraft Nea 2 2in1: Note 4,7. Starke Belastung des Sitzbezugs mit PFAS.
  • Hartan Ivy Outdoor: Abgewertet wegen nachgewiesener Schadstoffbelastung.
Prüfung von Babyausstattung
Gravierende Sicherheitsmängel gab es bei keinem Modell, wohl aber ergonomische Schwächen. — RTL.de

Ergonomie und Nutzbarkeit in der Praxis

Neben den Chemikalien bemängelten die Prüfer bei einigen Kinderwagen die Ergonomie. Mehrere Liegewannen fielen so kurz oder schmal aus, dass Säuglinge ihnen nach wenigen Monaten entwachsen. Da die Kinder zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht selbstständig sitzen können, entsteht eine Lücke im Alltag, weil der Umstieg in den Sportsitz für die Wirbelsäule noch zu früh ist.

Sicherheitsmängel im engeren Sinne gab es hingegen nicht. Alle getesteten Wagen erwiesen sich in den physikalischen Belastungstests als ausgesprochen robust.

Tipps für den Kauf

Eltern sollten beim Kauf genau auf die Abmessungen und die Verstellbarkeit achten, um spätere Probleme im Alltag zu vermeiden.

  • Die Liegewanne sollte mindestens 78 Zentimeter lang und 35 Zentimeter breit sein.
  • Die Sitzeinheit sollte sich möglichst flach verstellen lassen und eine lange Rückenlehne bieten.
  • Der Schiebegriff muss höhenverstellbar sein, um Fehlhaltungen beim Schieben zu vermeiden.
  • Das Eigengewicht variiert stark: Einsitzer wiegen zwischen unter 10 Kilogramm und 14 Kilogramm, Zweisitzer bringen bis zu 23 Kilogramm auf die Waage.
  • Die Zuladung der Einkaufskörbe unterscheidet sich deutlich zwischen 3 Kilogramm und 10 Kilogramm.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sind Weichmacher wie DEHP in Kinderwagen gefährlich?

DEHP gehört zur Gruppe der Phthalate und kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Da Babys intensiven Kontakt mit den Materialien haben und Oberflächen oft erkunden, dürfen solche Stoffe in Babyartikeln nicht enthalten sein.

Besteht bei PFAS im Stoff eine direkte Gefahr fürs Baby?

Laut Verbraucherschützern besteht keine unmittelbare Gesundheitsgefahr beim bloßen Kontakt, da die Stoffe fest in den Fasern gebunden sind. Jedoch belasten PFAS bei Herstellung, Reinigung und Entsorgung dauerhaft die Umwelt und gelangen so in den Nahrungsweislauf.

Worauf sollte man beim Kauf einer Babywanne achten?

Die Wanne sollte eine Länge von mindestens 78 Zentimetern und eine Breite von 35 Zentimetern aufweisen. Ist die Wanne zu klein, müssen Eltern das Baby zu früh in den Sitz setzen, was für die Wirbelsäule ungesund ist.

Was können Käufer der betroffenen Modelle jetzt tun?

Einzelne Händler und Hersteller wie BabyOne bieten verunsicherten Kunden wegen der Testergebnisse bereits eine kostenfreie Rücknahme an. Verbraucher sollten sich direkt an den jeweiligen Verkäufer wenden.

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Verfasst von

Jody Nageeb

Leitender Redakteur

Experte für Trends in den Bereichen Wirtschaft, Sport und Transport.

Dieser Artikel wurde mit KI-gestützten Redaktionstools erstellt und vor der Veröffentlichung nach den redaktionellen Standards von Trend Digest geprüft.

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