Das Weserstadion bebt, als Niclas Füllkrug den Ball in der 57. Minute unter die Latte hämmert. Zwei Hoffenheimer Verteidiger können ihn nicht stoppen. Wenig später macht Eren Dinkci den Sieg perfekt: Werder Bremen gewinnt am 31. Oktober 2026 mit 2:0 gegen die TSG Hoffenheim. Für Füllkrug ist es ein historischer Nachmittag, für die Bremer ein weiterer Schritt in die Spitzengruppe der Bundesliga.

Das Ergebnis: Bremen gewinnt 2:0 und klettert auf Rang vier
Am achten Spieltag der Fußball-Bundesliga setzt sich Werder Bremen vor 39.807 Zuschauern mit 2:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim durch. Nach einer torlosen ersten Hälfte treffen Niclas Füllkrug in der 57. Minute und Eren Dinkci in der 82. Minute.
Der Erfolg ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Werder hat nun 15 Punkte, steht auf Tabellenplatz vier und ist seit sieben Bundesligaspielen ungeschlagen. Hoffenheim fällt dagegen mit neun Punkten auf den elften Rang zurück.
Außerdem beendet Bremen eine lange Durststrecke gegen die Kraichgauer: Seit 2014 hatte Werder kein Bundesligaspiel mehr gegen Hoffenheim gewonnen. Die vier vorherigen Heimduelle in Bremen waren allesamt an die TSG gegangen.
Beide Mannschaften waren mit Niederlagen aus dem DFB-Pokal in diese Begegnung gegangen. Werder hatte bei Borussia Dortmund mit 2:3 verloren, Hoffenheim war bei Holstein Kiel nach einem 3:4 im Elfmeterschießen ausgeschieden. Der Bundesligasieg verschafft Bremen damit unmittelbar nach dem Pokalrückschlag neuen Rückenwind.
Spielverlauf: Erst rettet Pieper, dann schlägt Füllkrug zu
Werder beginnt mit Schwung. Ludovit Reis kommt nach einer Vorlage von Füllkrug zum Abschluss, setzt den Ball aber neben das Tor. Hoffenheim übernimmt anschließend zunehmend die Spielkontrolle, während Bremen auf eine kompakte Defensive und schnelle Gegenangriffe setzt.
In der 24. Minute wird es gefährlich: Arthur taucht auf der rechten Seite auf, seine Hereingabe wird jedoch von Ozan Kabak abgefangen. Kurz darauf verfehlt Füllkrug das Tor mit einem Volleyschuss nur knapp.
Ein früher Rückschlag trifft die Gastgeber bereits nach rund einer Viertelstunde. Mitchell Weiser muss verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kommt Eren Dinkci in die Partie, der später noch eine entscheidende Rolle spielen wird.
Die größte Gelegenheit der ersten Halbzeit gehört Hoffenheim. Kurz vor dem Pausenpfiff köpft Adam Hlozek aufs lange Eck. Torwart Karl Hein ist geschlagen, doch Amos Pieper klärt auf der Torlinie und verhindert den Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel wird Bremen zielstrebiger. In der 53. Minute zwingt Füllkrug Hoffenheims Torwart Oliver Baumann mit einem Distanzschuss zu einer Parade. Vier Minuten später ist der Schlussmann machtlos.
Nach einem langen Ball behauptet sich Füllkrug gegen Koki Machida und Ozan Kabak. Er schüttelt beide Verteidiger ab und trifft wuchtig unter die Latte. Hoffenheim reklamiert ein mögliches Foul im Zweikampf mit Machida, doch der Treffer zählt.
Die Gäste versuchen zu antworten. In der 71. Minute kommt Fisnik Asllani nach einer Flanke von Tim Lemperle am zweiten Pfosten zum Abschluss, trifft jedoch lediglich das Außennetz.
In diese Druckphase hinein entscheidet Bremen die Partie. Marco Grüll bereitet für Dinkci vor, der Kabak mit einer Bewegung aussteigen lässt und den Ball in der 82. Minute ins lange Eck schlenzt. Das 2:0 ist zugleich der Endstand.
Die auffälligsten Spieler: Füllkrug schreibt Vereinsgeschichte
Niclas Füllkrug ist der Mann des Spiels. Der 33-jährige Angreifer trifft im siebten Bundesligaspiel hintereinander und stellt damit die Torserie von Rudi Völler aus der Saison 1982/83 ein.
Bei der Anzahl der Treffer innerhalb dieser Serie überholt er Völler sogar: Während die Bremer Legende damals acht Tore erzielte, kommt Füllkrug auf neun. Gleichzeitig sind seine neun Saisontore nach acht Spieltagen ein weiterer Vereinsrekord.
Diese Zahlen zeigen, wie stark Werder derzeit von seinem Mittelstürmer profitiert. Füllkrug ist nicht nur für den Abschluss verantwortlich, sondern verschafft seiner Mannschaft auch durch seine Zweikampfstärke Raum und Zeit im Angriff.
Die Leistung ist zudem mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft interessant. Bundestrainer Jürgen Klopp steht vor der Kadernominierung für die Nations-League-Spiele. Zuletzt hatte er sich unter Verweis auf Füllkrugs Alter zurückhaltend gezeigt. Mit seiner Trefferquote liefert der Bremer Angreifer weitere Argumente für eine Berücksichtigung.
Nach dem Spiel kommentiert Füllkrug seinen Rekord gegenüber der ARD mit einem kurzen Hinweis auf seinen berühmten Vorgänger:
Tante Käthe bleibt eine Legende

Auch Eren Dinkci verdient besondere Aufmerksamkeit. Der Offensivspieler kommt nach der frühen Verletzung von Weiser ins Spiel und sorgt mit seinem technisch anspruchsvollen Abschluss für die Entscheidung. Damit verwandelt sich eine ungeplante Auswechslung in einen wichtigen Faktor für den Bremer Sieg.
In der Defensive gehört Amos Pieper zu den entscheidenden Akteuren. Seine Rettungstat gegen Hlozek hält Bremen unmittelbar vor der Pause im Spiel. Ohne diese Aktion hätte sich der weitere Verlauf deutlich schwieriger gestalten können.
Hoffenheims Oliver Baumann verhindert mit seiner Parade gegen Füllkrug zunächst den Rückstand. Bei beiden Gegentoren bleibt dem Torwart, der sein 400. Bundesligaspiel für die Kraichgauer bestreitet, jedoch keine entscheidende Abwehrmöglichkeit.
Was der Sieg für die Bundesliga-Tabelle bedeutet
Mit Platz vier nach acht Spieltagen gehört Werder Bremen zur oberen Tabellenregion. Die 15 Punkte und sieben ungeschlagenen Bundesligapartien in Folge stehen für eine Mannschaft, die selbst gegen spielbestimmende Gegner Lösungen findet.
Gegen Hoffenheim war das besonders deutlich zu erkennen. Die Gäste hatten längere Ballbesitzphasen, konnten ihre Vorteile aber kaum in klare Torchancen umwandeln. Bremen verteidigte diszipliniert und nutzte nach der Pause seine Möglichkeiten konsequenter.
Die beiden Tore zeigen außerdem unterschiedliche Stärken: Füllkrug setzt sich mit körperlicher Durchschlagskraft durch, Dinkci entscheidet die Partie mit einem präzisen Abschluss nach einem schnellen Angriff.
Für Hoffenheim bedeutet die Niederlage den Rückfall auf Platz elf. Nach dem Pokalaus gegen Holstein Kiel bleibt auch die erhoffte sportliche Reaktion in der Liga aus. Dass die Mannschaft trotz größerer Spielanteile ohne Treffer bleibt, verdeutlicht ihre Probleme im Abschluss gegen eine gut organisierte Abwehr.
Für Werder hat der Sieg außerdem psychologischen Wert. Nach vier aufeinanderfolgenden Bundesliga-Heimniederlagen gegen Hoffenheim gelingt erstmals seit zwölf Jahren wieder ein Erfolg gegen diesen Gegner.
Wie es für Werder und Hoffenheim weitergeht
Am nächsten Bundesligaspieltag wartet auf Werder Bremen eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune tritt am Samstag, 7. November 2026, um 18.30 Uhr beim VfB Stuttgart an.
Stuttgart reist mit einem eigenen Erfolgserlebnis in diese Begegnung: Die Schwaben gewannen am achten Spieltag mit 4:2 bei Bayer Leverkusen. Damit treffen zwei Mannschaften aufeinander, die gerade einen wichtigen Bundesligasieg gefeiert haben.
Hoffenheim empfängt am Sonntag, 8. November, um 19.30 Uhr den FC Schalke 04. Schalke verlor seinerseits mit 0:2 gegen RB Leipzig und wartet nach dem Aufstieg weiterhin auf das erste Heimtor sowie den ersten Heimsieg.
Bei Bremen richtet sich der Blick neben der Partie in Stuttgart auf Mitchell Weiser. Er musste gegen Hoffenheim früh verletzt vom Platz. Eine konkrete Diagnose und eine Ausfallzeit werden in den vorliegenden Spielberichten nicht genannt.
Für Füllkrug steht zusätzlich die bevorstehende Entscheidung über den Nationalmannschaftskader im Mittelpunkt. Seine Rekordserie ist ein überzeugendes sportliches Argument, eine Nominierung wurde jedoch noch nicht bestätigt.
Häufige Fragen zum Spiel Werder Bremen gegen Hoffenheim
Wie hat Werder Bremen gegen Hoffenheim gespielt?
Werder Bremen gewann am 31. Oktober 2026 im Weserstadion mit 2:0 gegen die TSG Hoffenheim. Zur Halbzeit stand es 0:0.
Wer hat die Tore für Werder Bremen geschossen?
Niclas Füllkrug erzielte in der 57. Minute das 1:0. Eren Dinkci traf in der 82. Minute zum 2:0-Endstand.
Welchen Rekord hat Niclas Füllkrug eingestellt?
Füllkrug traf im siebten Bundesligaspiel in Folge und stellte damit Rudi Völlers Serie aus der Saison 1982/83 ein. Mit neun Toren nach acht Spieltagen hält er außerdem einen Bremer Vereinsrekord.
Auf welchem Tabellenplatz steht Werder Bremen?
Nach acht Bundesligaspieltagen steht Werder Bremen mit 15 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Hoffenheim liegt mit neun Punkten auf Rang elf.
Wann spielt Werder Bremen wieder?
Werder tritt am Samstag, 7. November 2026, um 18.30 Uhr auswärts beim VfB Stuttgart an. Weitere Einzelheiten zum 2:0 gegen Hoffenheim bietet der ausführliche Spielbericht der Sportschau.