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3 ungewöhnliche Momente beim VAR-Novum der WM

Beim 4:1 der USA gegen Paraguay wurde erstmals eine neue VAR-Regel bei einer WM angewendet: Tim Reams Gelbe Karte wurde gestrichen, Miguel Almirón sah Gelb.

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In Los Angeles war das Spiel längst wieder angelaufen, der Ball schon in den Strafraum geflogen, als Danny Makkelie plötzlich stoppte. Spieler schauten irritiert, Fans sahen auf die Anzeigen, und auf den Bildschirmen tauchte ein Begriff auf, den es bei einer WM so noch nicht gegeben hatte: Spielerverwechslung. Beim 4:1 der USA gegen Paraguay wurde erstmals eine neue Videobeweis-Regel angewendet. Am Ende verlor US-Kapitän Tim Ream seine Gelbe Karte, Miguel Almirón bekam sie wegen einer Schwalbe.

Schiedsrichter Danny Makkelie während des Videobeweis-Einsatzes bei USA gegen Paraguay
Danny Makkelie stand in Los Angeles im Mittelpunkt eines WM-Novums — sportschau.de

So nahm die Szene ihren Lauf

Die Szene begann kurz nach der Halbzeit. In der 50. Minute attackierte Tim Ream auf der linken Abwehrseite Paraguays Miguel Almirón, Makkelie entschied zunächst auf Freistoß für Paraguay und zeigte Ream Gelb.

Ream protestierte laut BILD nicht groß, Paraguay führte den Standard aus, im Zentrum kam es zu einem Kopfball. Dann griff der Video-Schiedsrichter ein. Makkelie fasste sich ans Ohr, unterbrach das Spiel und schickte die Spieler weg, die sofort Erklärungen wollten.

Die Wiederholung zeigte laut mehreren Berichten: Ream hatte Almirón nicht berührt. Die Entscheidung wurde deshalb gedreht. Reams Verwarnung wurde annulliert, Almirón sah Gelb wegen einer Schwalbe.

Sportlich änderte die Episode nichts am Sieger. Die USA gewann gegen Paraguay mit 4:1, Merkur meldete eine frühe US-Führung durch ein Eigentor von Damián Bobadilla und einen Doppelpack von Folarian Balogun. Doch hängen bleibt nicht nur das Ergebnis, sondern der Moment, in dem der VAR bei einer Gelben Karte sichtbar in eine neue Rolle rückte.

Die entscheidenden Details

Der Kern liegt in einer Regeländerung aus dem Frühjahr. Nach einem Beschluss der internationalen Regelhüter Ifab darf der Video-Assistent laut Sportschau und ZDF nun drei weitere Situationen überprüfen und bei klaren Fehlern eingreifen. Dazu gehören Fälle, in denen Rot oder Gelb gegen den falschen Spieler oder das falsche Team verhängt wird.

Für Zuschauer in Deutschland ist daran besonders interessant, wie sichtbar die Begründung wurde. Die Einblendung nannte „Spielerverwechslung“, während die Szene nicht wie ein klassischer Fall wirkte, in dem zwei Spieler derselben Mannschaft verwechselt wurden. FOCUS online beschrieb genau deshalb drei ungewöhnliche Punkte: den Eingriff bei Gelb, den Zeitpunkt nach Wiederaufnahme des Spiels und die fragliche Einordnung der Prüfung.

Danny Makkelie zeigt Miguel Almirón die Gelbe Karte
Nach Sichtung der Bilder wurde Miguel Almirón verwarnt — ZDFheute

Genau dort beginnt die größere Debatte. Mehr VAR-Befugnisse können Fehlentscheidungen korrigieren, sie können aber auch Verwirrung erzeugen, wenn die Erklärung auf der Stadionanzeige nicht sauber zum Ablauf passt. Bei einem Turnier mit Millionenpublikum zählt nicht nur die richtige Entscheidung, sondern auch, ob Fans verstehen, warum sie getroffen wurde.

Reaktionen und Einordnungen

Offizielle lange Stellungnahmen der FIFA oder des Ifab zu genau dieser Szene liegen in den bereitgestellten Berichten nicht vor. Die redaktionellen Einordnungen zeigen aber eine klare Linie: Die Entscheidung wurde als Novum gewertet, der Ablauf als ungewöhnlich.

Sportschau formulierte es nüchtern: Der Video-Schiedsrichter habe erstmals bei einer WM seine neuen Befugnisse genutzt. WEB.DE verwies darauf, dass solche Fälle bislang enger gefasst waren, nämlich auf Situationen, in denen der Schiedsrichter den falschen Spieler derselben Mannschaft verwarnte oder vom Feld stellte.

BILD schilderte die unmittelbare Wirkung im Stadion und vor den Bildschirmen: Spieler und Fans seien verwirrt gewesen, bevor klar wurde, dass die Verwarnung gegen Ream zurückgenommen wird. Diese Verwirrung ist kein Nebenaspekt. Sie zeigt, dass neue Regeln erst dann akzeptiert werden, wenn sie nicht nur korrekt angewendet, sondern auch klar vermittelt werden.

Was das größere Bild zeigt

Für die WM 2026 kommt das früh. Schon beim Auftakt des Co-Gastgebers USA steht ein Schiedsrichterthema im Mittelpunkt, obwohl das Spiel sportlich deutlich endete. WELT beschrieb die Partie als hartes Kampfspiel mit mehreren Gelben Karten, in dem Makkelie ohnehin viel zu tun hatte.

Danny Makkelie kommuniziert beim WM-Spiel USA gegen Paraguay mit dem Video-Assistenten
Die neue Regel wurde in der 51. Minute erstmals sichtbar angewendet — BILD

Für Fans in Deutschland ist die Szene mehr als ein Kuriosum aus der Nacht. Sie zeigt, worauf sich Zuschauer bei den kommenden WM-Spielen einstellen müssen: Der VAR kann künftig auch bei Verwarnungen relevant werden, wenn eine Bestrafung offensichtlich die falsche Seite trifft.

Das kann Spieler schützen, die zu Unrecht belastet werden. Gelbe Karten sind in Turnieren nicht klein, weil Sperren über die Gruppenphase hinweg entstehen können. Gleichzeitig wächst der Druck auf Schiedsrichterteams, Entscheidungen schnell und nachvollziehbar zu erklären.

Wie es weitergeht

Bestätigt ist: Die Gelbe Karte gegen Ream wurde zurückgenommen, Almirón wurde verwarnt, und die USA startete mit einem 4:1 in die Heim-WM. In Gruppe D geht es für die USA, Paraguay, Australien und die Türkei weiter.

Für die Schiedsrichter wird diese Szene ein früher Praxistest bleiben. Die Regel ist nun nicht mehr nur ein Beschluss aus dem Frühjahr, sondern ein sichtbarer Bestandteil dieses Turniers. Die nächste Frage ist, ob die Kommunikation bei weiteren Eingriffen klarer wird.

Häufige Fragen

Was passierte bei USA gegen Paraguay mit dem VAR?

Nach einem vermeintlichen Foul von Tim Ream an Miguel Almirón griff der Video-Schiedsrichter ein. Reams Gelbe Karte wurde annulliert, Almirón sah Gelb wegen einer Schwalbe.

Warum durfte der VAR bei einer Gelben Karte eingreifen?

Nach einem Ifab-Beschluss aus dem Frühjahr darf der Video-Assistent zusätzliche Situationen prüfen, darunter Karten gegen den falschen Spieler oder das falsche Team.

Wer war der Schiedsrichter bei USA gegen Paraguay?

Der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie leitete das Spiel in Los Angeles und schaute sich die Szene am Monitor erneut an.

Wie ging das Spiel USA gegen Paraguay aus?

Die USA gewann ihr Auftaktspiel bei der Heim-WM mit 4:1 gegen Paraguay.

Warum war die Szene so ungewöhnlich?

Der Eingriff kam nach einer Gelben Karte und nachdem der Freistoß bereits ausgeführt worden war. Außerdem wurde die Prüfung auf den Anzeigen als Spielerverwechslung bezeichnet.