5 Streitpunkte: Warum Hitzlsperger die Fifa kritisiert

Thomas Hitzlsperger kritisiert die Fifa vor der WM 2026 scharf. Im Mittelpunkt stehen Infantinos Nähe zu Trump, Visa-Streit, Ticketpreise und das XXL-Format.

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48 Mannschaften, 104 Spiele, 16 Städte: Die WM 2026 wird größer als jede Weltmeisterschaft zuvor. Genau in diesem Moment verschärft sich die Kritik an Fifa-Präsident Gianni Infantino — und Thomas Hitzlsperger liefert dafür eine besonders klare Diagnose. Der frühere Nationalspieler und ehemalige VfB-Vorstand sieht ein System, das weiter wächst, obwohl Fans, Medien und Funktionäre seit Jahren über Preise, Politik und Machtfragen klagen.

Gianni Infantino steht vor der WM 2026 massiv in der Kritik
Fifa-Präsident Gianni Infantino steht vor dem Start der WM 2026 unter Druck — Stimme

Das Wichtigste

  • Thomas Hitzlsperger kritisiert die Fifa scharf und nennt den Fußball zugleich „unkaputtbar“.
  • Die WM 2026 startet als XXL-Turnier mit 48 Teams und 104 Spielen in den USA, Kanada und Mexiko.
  • Zu den Streitpunkten zählen verweigerte Visa, sehr hohe Ticketpreise, die Nähe Infantinos zu Donald Trump und Belastungen für Spieler.
  • Dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurde trotz gültigen Visums die Einreise in die USA verweigert.
  • Michel Platini hat in Frankreich Strafanzeige gegen Infantino und weitere frühere Funktionäre eingereicht.

Einordnung der Ereignisse

Hitzlspergers Kritik setzt an einem wunden Punkt an: Fußball erzeugt trotz aller Empörung weiter eine enorme Sogkraft. Gegenüber „Bild“, zitiert von der Stimme, beschreibt er das Grundproblem so: Menschen beschweren sich über die Fifa, kaufen am Ende aber doch Tickets, schauen Spiele und reisen zu Turnieren.

Journalisten und Fans beklagen sich, am Ende gehen wir alle hin

— Thomas Hitzlsperger, Ex-Nationalspieler

Aus dieser Logik entsteht Macht. Wenn ein Wettbewerb trotz Kritik volle Stadien, TV-Reichweite und Sponsoreninteresse verspricht, sinkt der Druck auf den Weltverband, sich grundlegend zu ändern. Hitzlsperger fasst das in einem Satz zusammen, der weit über diese WM hinausreicht: „Das Spiel ist unkaputtbar.“

Die WM 2026 zeigt, was damit gemeint ist. Laut WEB.DE häufen sich kurz vor Turnierbeginn mehrere Problemfelder: die Strafanzeige Michel Platinis, Infantinos Nähe zu Donald Trump, Streit um US-Einreisen, Ärger über Tickets und die Belastung der Spieler. Das Turnier beginnt mit dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion.

Donald Trump und Gianni Infantino im politischen Fokus vor der WM 2026
Die Nähe zwischen Donald Trump und Gianni Infantino gehört zu den größten Reizpunkten vor dem Turnier — WEB.DE

Besonders heikel ist die Einreisefrage. Dem für die WM vorgesehenen Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia wurde die Einreise in die USA verweigert. Bei Iran sollen nach eigenen Angaben 15 Funktionäre kein Visum erhalten haben; das Team darf laut iranischem Botschafter in Mexiko nur an Spieltagen in die USA einreisen und muss danach ins Quartier nach Mexiko zurückkehren. Für eine WM, die Infantino als besonders inklusiv beschrieben hat, ist das ein schwerer Widerspruch.

Warum das zählt

Für Fans in Deutschland ist diese Debatte nicht abstrakt. Wer zur WM nach Nordamerika reisen will, muss mit hohen Ticketpreisen, langen Wegen und möglichen Zusatzkosten rechnen. Die Kritik der Fanorganisation Football Supporters Europe an der Ticketvergabe zeigt, dass die Frage nicht nur US-Fans betrifft, sondern auch Anhänger aus Europa.

Hitzlsperger greift zudem Infantinos Führungsstil an. Laut Stimme sagte er über den Fifa-Chef, dieser habe bei Sepp Blatter zuschauen können und dann „noch einen draufgesetzt in Sachen Kompromiss- und Schamlosigkeit“. Der Satz trifft deshalb, weil Hitzlsperger nicht als außenstehender Kommentator spricht, sondern als früherer Nationalspieler, der Turniere aus Spielersicht kennt und später als Klubfunktionär Verantwortung trug.

Auch sportlich ist das neue Format eine Belastungsprobe. Bei einer WM mit 104 Spielen kommen Hitze, Luftverschmutzung, große Entfernungen und Höhe zusammen. Die Fifa hat verpflichtende Trinkpausen von drei Minuten in jeder Halbzeit eingeführt; internationale Experten fordern laut WEB.DE weitere Maßnahmen wie längere Pausen und Spielunterbrechungen oder Absagen bei mehr als 28 Grad.

Gianni Infantino überreicht Donald Trump den WM-Pokal
Das Verhältnis zwischen Infantino und Trump prägt die politische Debatte rund um die WM 2026 — stuttgarter-zeitung.de

Wie es weitergeht

Bestätigt ist: Das Eröffnungsspiel steigt am Donnerstag in Mexiko-Stadt zwischen Mexiko und Südafrika. Das Finale findet am 19. Juli in East Rutherford nahe New York statt; Donald Trump wird laut WEB.DE den WM-Pokal überreichen.

Bis dahin bleiben mehrere Fragen offen: Wie reagiert die Fifa auf die Visa-Probleme? Wie stark trifft der Ticketärger reisende Fans? Und ob das Turnier sportlich glänzt, obwohl seine politische Bühne schon vor dem ersten Anpfiff dominiert.

Fragen und Antworten

Was kritisiert Thomas Hitzlsperger an der Fifa?

Er kritisiert vor allem Wachstum, Geldorientierung und Infantinos Umgang mit Macht. Sein Kernpunkt: Trotz Beschwerden tragen Fans und Medien das System weiter mit.

Warum steht Gianni Infantino vor der WM 2026 unter Druck?

Mehrere Themen treffen gleichzeitig zusammen: verweigerte Visa, hohe Ticketpreise, Kritik an seiner Nähe zu Donald Trump, Platinis Strafanzeige und Belastungen für Spieler.

Wie groß wird die WM 2026?

Die WM 2026 umfasst 48 Mannschaften und 104 Spiele. Gespielt wird in 16 Städten in den USA, Kanada und Mexiko.

Was ist mit Schiedsrichter Omar Artan passiert?

Omar Artan aus Somalia sollte bei der WM pfeifen, durfte aber nicht in die USA einreisen. Laut FAZ hatte er ein gültiges Visum.

Warum sind die Ticketpreise ein Problem?

Fans und Organisationen kritisieren hohe Preise, zu wenige günstige Tickets, das dynamische Preismodell und teure Weiterverkäufe auf dem Zweitmarkt.

Warum betrifft die Debatte auch Fans aus Deutschland?

Deutsche Fans müssen bei einer Reise nach Nordamerika mit hohen Kosten, langen Wegen und möglichen Unsicherheiten rund um Ticketvergabe und Einreise rechnen.