Die Schweiz hat am Samstag, 13. Juni 2026, ihr WM-Gruppenspiel gegen Katar im San Francisco Bay Area Stadium in Santa Clara trotz langer Führung nur 1:1 beendet. Boualem Khoukhi köpfte in der Nachspielzeit den Ausgleich und bescherte Katar den ersten Punkt seiner WM-Geschichte.
Für die Mannschaft von Murat Yakin fühlt sich dieses Remis wie ein verpasster Sieg an: Breel Embolo hatte per Foulelfmeter getroffen, danach blieb die Schweiz trotz vieler Chancen zu ungenau. In Gruppe B stehen damit nach den beiden Auftaktspielen alle vier Teams bei einem Punkt.

Das ganze Spiel
Die Partie begann ohne Warmlaufphase. Schon nach wenigen Sekunden kam die Schweiz zum ersten Abschluss, kurz darauf hatte Katar die dicke Gelegenheit zur Führung: Edmilson Junior lief frei auf Gregor Kobel zu, der Dortmunder Keeper verhinderte mit einer starken Parade den frühen Rückstand.
Danach übernahm die Schweiz klar das Kommando. Dan Ndoye kam mehrmals in aussichtsreiche Positionen, ließ aber die Ruhe im Abschluss vermissen. In der 14. Minute legte Remo Freuler den Ball an Katar-Torwart Mahmoud Abunada vorbei und wurde von ihm getroffen. Schiedsrichter Said Martinez zeigte auf den Punkt, der Videoassistent prüfte die Szene, der Strafstoß blieb bestehen. Embolo verwandelte in der 17. Minute sicher zum 1:0.

Die Führung war verdient, aber sie blieb zu knapp. Zakaria, Vargas, Aebischer und Ndoye hatten Chancen auf das zweite Tor, während Abunada im katarischen Tor mehrmals stark parierte. Kurz vor der Pause musste auch Kobel noch einmal eingreifen, als Edmilson Junior aus kurzer Distanz gefährlich abschloss.
Nach der Pause kontrollierte die Schweiz weiterhin den Ball, verlor aber Zug zum Tor. Granit Xhaka versuchte es aus der Distanz, Vargas und Embolo vergaben weitere Möglichkeiten, Johan Manzambi schoss nach seiner Einwechslung knapp vorbei. Katar blieb dadurch im Spiel — und nutzte genau diese Tür in der Nachspielzeit: Homam El-Amin flankte, Khoukhi setzte sich gegen Miro Muheim durch und köpfte zum 1:1 ein.
Zentrale Figuren
Breel Embolo war der auffälligste Schweizer Angreifer. Er erzielte das Führungstor vom Punkt und war laut Bundesliga-Bericht an mehreren Abschlüssen beteiligt. Für die Schweiz war das besonders wertvoll, weil Embolo trotz später Anreise wegen Visum-Problemen sofort Verantwortung übernahm.
Auf katarischer Seite ragten Mahmoud Abunada und Boualem Khoukhi heraus. Abunada verschuldete zwar den Elfmeter, hielt Katar danach aber mit mehreren Paraden im Spiel. Khoukhi wurde mit seinem Kopfball in der 95. Minute zum Mann des historischen Moments.
Uns haben Konsequenz und Präzision gefehlt. Das war am Ende einfach nicht ausreichend, auch von der Intensität her.
Auch Manuel Akanji ordnete das Remis selbstkritisch ein. Der Innenverteidiger, der wie Kobel in der Bundesliga spielt, sah vor allem nach der Pause zu wenig Druck im Schweizer Spiel.
Das war einfach nicht gut genug. Wir hatten zwar genug Chancen, aber vor allem in der zweiten Hälfte hat auch der allerletzte Druck gefehlt.
Die Zahlen
Die Daten zeigen, warum dieses Ergebnis für die Schweiz weh tut. T-Online führte nach Abpfiff 26 Schweizer Torschüsse gegenüber sieben Abschlüssen Katars auf. Bei den erwarteten Toren lag die Schweiz bei 3,24, Katar bei 0,76. Das bedeutet: Die Qualität der Schweizer Chancen hätte im Normalfall für mehr als ein Tor reichen müssen.
Auch der Bundesliga-Bericht nennt Katars Ausgleich als Treffer mit nur 15,72 Prozent Torwahrscheinlichkeit. Genau solche Zahlen erklären den Kern des Spiels: Die Schweiz erspielte sich genügend Situationen, ließ aber die Entscheidung liegen. Katar musste lange leiden, bekam durch die knappe Führung aber bis tief in die Nachspielzeit eine echte Chance.
Was das bedeutet
Für Katar ist dieses 1:1 mehr als ein nettes Auftaktergebnis. Nach der punktlosen Heim-WM 2022 und der erst zweiten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft steht nun der erste WM-Punkt in der Geschichte des Landes. Das gibt der Mannschaft von Julen Lopetegui Rückenwind vor dem Spiel gegen Gastgeber Kanada.

Für die Schweiz ist die Lage unangenehmer. Die Nati hatte die Partie im Griff, aber nicht das Ergebnis. In einer ausgeglichenen Gruppe B kann so ein verpasster Sieg teuer werden, weil Kanada und Bosnien-Herzegowina ebenfalls 1:1 gespielt haben. Für deutsche Zuschauer ist das Spiel auch wegen der vielen Bundesliga-Bezüge interessant: Kobel, Elvedi, Xhaka und Embolo prägten die Partie sichtbar mit.
Der Vergleich zu früheren Schweizer WM-Auftritten drängt sich auf: Die Nati hat bei den letzten Turnieren oft solide Gruppenphasen gespielt, scheiterte aber häufig im Achtelfinale. Wenn das Team diesmal weiter kommen will, muss es solche Spiele kontrolliert zu Ende bringen.
Was als Nächstes ansteht
Die Schweiz trifft am 18. Juni um 21 Uhr MESZ in Los Angeles auf Bosnien-Herzegowina. Katar spielt drei Stunden später in Vancouver gegen Co-Gastgeber Kanada. Nach den beiden 1:1-Resultaten zum Auftakt ist Gruppe B komplett offen.
Häufige Fragen
Wie endete Katar gegen die Schweiz bei der WM 2026?
Das Gruppenspiel endete 1:1. Breel Embolo traf in der 17. Minute per Foulelfmeter für die Schweiz, Boualem Khoukhi erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich für Katar.
Warum ist das Remis für Katar historisch?
Katar holte damit den ersten Punkt seiner WM-Geschichte. Bei der Heim-WM 2022 war die Mannschaft nach drei Niederlagen punktlos ausgeschieden.
Warum ärgert sich die Schweiz über das Ergebnis?
Die Schweiz war über weite Strecken überlegen und kam laut T-Online auf 26 Torschüsse sowie 3,24 erwartete Tore. Weil das zweite Tor ausblieb, blieb Katar bis zur Nachspielzeit im Spiel.
Wer waren die wichtigsten Spieler der Partie?
Breel Embolo erzielte das Schweizer Tor und bereitete mehrere Chancen vor. Mahmoud Abunada hielt Katar mit Paraden im Spiel, Boualem Khoukhi traf spät zum 1:1.
Wann spielt die Schweiz als Nächstes?
Die Schweiz spielt am 18. Juni um 21 Uhr MESZ in Los Angeles gegen Bosnien-Herzegowina. Katar trifft danach um Mitternacht deutscher Zeit in Vancouver auf Kanada.