Nach Deutschland gegen Paraguay: Pressestimmen zum WM-Aus
3:4 nach Elfmeterschießen – diese Zahl reicht, um einen deutschen Fußballabend in Boston zu erklären, der noch lange nachhallen wird. Nach 120 Minuten hatte es gegen Paraguay 1:1 gestanden, dann verlor die deutsche Nationalmannschaft erstmals ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft. Internationale Medien lasen das Ergebnis nicht als Ausrutscher, sondern als weiteres Zeichen dafür, wie weit sich Deutschland von früherer Selbstverständlichkeit entfernt hat.

Das Wichtigste
- Deutschland ist bei der WM in Nordamerika nach einem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay ausgeschieden.
- Nach der Verlängerung stand es 1:1; ein Treffer von Jonathan Tah in der Verlängerung wurde nach VAR-Eingriff aberkannt.
- Die Süddeutsche Zeitung sammelte internationale Pressestimmen von Daily Mail, Guardian, L'Équipe, Gazzetta dello Sport, Blick, Marca und weiteren Medien.
- Julian Nagelsmann sagte nach dem Aus: „Ich möchte weitermachen“; Rudi Völler stärkte ihm zunächst den Rücken.
- Das Ergebnis verschärft die Debatte, weil Deutschland nach 2018 und 2022 erneut früh bei einer Weltmeisterschaft scheitert.
Was hinter dem Abend steckt
Die deutschen Suchanfragen nach Pressestimmen, Highlights, Noten und der Frage, ob Deutschland ausgeschieden ist, passen zum Bild nach dem Schlusspfiff: Viele wollten erst verstehen, was da gerade passiert war. Der WDR fasste es nüchtern zusammen: Deutschland ist raus, nach 1:1 in der Verlängerung und 3:4 im Elfmeterschießen. Für ein Team, das Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften lange als eigene Spezialität betrachtete, war gerade diese Art des Ausscheidens besonders bitter.
Die internationale Presse wählte schärfere Worte. Die Daily Mail nannte es „Die bisher größte Überraschung des Turniers“. The Guardian sah zwar den Blick auf Deutschland gerichtet, hob aber Paraguays Plan hervor: „Paraguays Spielplan war makellos.“ L'Équipe schrieb, Deutschland sei trotz mehr Ballbesitz für eine „fruchtlose Dominanz“ bestraft worden. Diese Formulierung trifft den Kern: Deutschland hatte Spielanteile, aber zu wenig Durchschlagskraft.
Der Knackpunkt lag nicht nur im Elfmeterschießen. BILD berichtete von der Szene in der 102. Minute, als Jonathan Tah nach einer Ecke traf, der Video-Schiedsrichter eingriff und Schiedsrichter Jalal Jayed den Treffer zurücknahm. Nagelsmann reagierte im ZDF ungewöhnlich scharf.
Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Voll-Skandal. Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel.
Doch selbst diese Szene erklärt nicht alles. Ntv beschrieb das deutsche Spiel als langsam und wenig zwingend, Joshua Kimmich habe keine Entschuldigung gesucht. T-Online ging noch weiter und machte den Bundestrainer für ein Team verantwortlich, das nicht gefestigt genug wirkte. Die FAZ zog daraus eine harte Schlussfolgerung: Nagelsmann habe sein Team und sich in den Möglichkeiten überschätzt.
Warum das Gewicht hat
Für Fans in Deutschland ist dieses Aus nicht einfach ein verlorenes K.-o.-Spiel. Es reiht sich in eine Serie ein: Nach den frühen WM-Enttäuschungen 2018 und 2022 kommt 2026 das nächste Scheitern. T-Online formulierte es drastisch: Deutschland schaffe es wieder nicht ins Achtelfinale, sondern scheitere im aufgeblähten Sechzehntelformat.

Die Pressestimmen zeigen, dass der Respekt vor dem deutschen Turniermythos Risse bekommen hat. Marca schrieb: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal im Elfmeterschießen.“ Der Schweizer Blick sprach von einer der bittersten Stunden der deutschen Fußball-Geschichte, gerade weil das Aus gegen einen Gegner kam, der vorher deutlich niedriger eingeschätzt wurde.
- Elfmeterschießen
- Eine Entscheidung nach Verlängerung, bei der beide Teams abwechselnd vom Punkt schießen; Deutschland verlor laut WDR erstmals ein solches WM-Duell.
- VAR
- Der Video-Schiedsrichter überprüft strittige Szenen. Gegen Paraguay führte ein Eingriff dazu, dass Jonathan Tahs Treffer aberkannt wurde.
- Sechzehntelfinale
- Die K.-o.-Runde, in der Deutschland laut den vorliegenden Quellen gegen Paraguay ausschied.
Für Menschen in Deutschland hat das direkte Folgen über den Sport hinaus: Public Viewings, Einschaltquoten, Fanreisen und die tägliche Turnieraufmerksamkeit enden abrupt. Der WDR berichtete von enttäuschten Fans in NRW; in Solingen wurde eine Veranstaltung mit mehr als 1.000 Fans kurz vor Spielende wegen einer Auseinandersetzung unterbrochen.
Was nun passiert
Nagelsmann will bleiben. Bei DIE ZEIT sagte er nach dem Spiel: „Ich möchte weitermachen, aber im Fußball hat man es nicht immer in der Hand.“ Sein Vertrag beim DFB läuft bis nach der EM 2028. Rudi Völler stellte sich zunächst hinter ihn, machte aber deutlich, dass die Entscheidung nicht allein bei ihm liegt und man sich in den nächsten Tagen zusammensetzen wolle.
Gleichzeitig wächst der Druck aus der Fußballöffentlichkeit. Mats Hummels sagte bei MagentaTV, auf der Seite der Verantwortlichen „schreit es nach Konsequenzen“. Jürgen Klopp wies eine Diskussion über seinen Namen zurück und sagte, dies sei nicht der Moment, darüber zu sprechen. Damit liegt der nächste Schritt beim DFB: Er muss klären, ob das Projekt Nagelsmann nach diesem WM-Abend noch genug Vertrauen trägt.
Häufige Fragen
Ist Deutschland gegen Paraguay ausgeschieden?
Ja. Deutschland verlor nach einem 1:1 nach Verlängerung im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen Paraguay und ist damit bei der WM in Nordamerika ausgeschieden.
Warum sprechen so viele über das Elfmeterschießen?
Weil Deutschland laut WDR erstmals ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft verlor. Genau diese Disziplin galt lange als deutsche Stärke.
Welche Pressestimme war besonders hart?
Marca schrieb: „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal im Elfmeterschießen.“ Auch die FAZ und T-Online kritisierten das Auftreten der Mannschaft und die Rolle von Julian Nagelsmann deutlich.
Bleibt Julian Nagelsmann Bundestrainer?
Nagelsmann sagte nach dem Aus, er wolle weitermachen. Rudi Völler stärkte ihm zunächst den Rücken, kündigte aber Gespräche im Verband für die nächsten Tage an.
Gab es eine strittige Szene im Spiel?
Ja. In der 102. Minute wurde ein Treffer von Jonathan Tah nach VAR-Eingriff aberkannt. Nagelsmann bezeichnete die Entscheidung anschließend im ZDF als „Voll-Skandal“.
Ressourcen
Quellen und Referenzen in diesem Artikel.

