Karkogel vor dem Aus: Rettung der Abtenauer Bergbahnen gescheitert

Die geplante Sanierung der insolventen Abtenauer Bergbahnen am Karkogel ist wegen eines blockierten Pachtvertrags endgültig gescheitert. Das Insolvenzverfahren wurde in ein Konkursverfahren umgewandelt.

Karkogel Abtenau: Bergbahnen nach geplatzter Rettung im Konkurs
Letzte AktualisierungJun 22, 2026, 1:22:10 AM
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Aus für Karkogel-Bergbahnen: Rettung in Abtenau in letzter Sekunde gescheitert

Das traditionsreiche Ski- und Ausflugsgebiet Karkogel im Salzburger Land steht vor dem endgültigen Aus, nachdem die geplante Übernahme durch den Raiffeisenverband Salzburg überraschend geplatzt ist. Da die notwendige Verlängerung der Pachtverträge am Widerstand einer Eigentümerfamilie scheiterte, wurde der Sanierungsplan gerichtlich zurückgezogen und das Insolvenzverfahren in ein Konkursverfahren umgewandelt. Für die Tourismusregion Abtenau und die betroffenen Gläubiger hat diese Entwicklung schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen.

Skigebiet Sessellift Symbolbild
Das beliebte Skigebiet steht vor dem Aus. — Rosenheim24

Hintergrund der Krise

Die 1962 gegründete Abtenauer Bergbahnen Gesellschaft m.b.H., die sich mehrheitlich im Besitz der Marktgemeinde Abtenau (58,4 Prozent) und des Tourismusverbandes (31,3 Prozent) befindet, kämpft seit Jahren mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Bereits im Februar musste das Unternehmen, das eine Kabinenbahn und vier Schlepplifte betreibt, Insolvenz anmelden. Neben mehreren schneearmen Wintern und ausbleibenden Gästen nach der Pandemie führten vor allem erhebliche Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen beim Bau eines betriebsnotwendigen Speicherteichs in die Zahlungsunfähigkeit. Die finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens haben sich seit der ersten Insolvenzeröffnung dramatisch verschärft und stiegen von ursprünglich 4,29 Millionen Euro auf mittlerweile rund 6,29 Millionen Euro an.

Das abrupte Ende des Sanierungsverfahrens

In einer richtungsweisenden Tagsatzung am Landesgericht Salzburg sollte ursprünglich über einen verbesserten Sanierungsplan abgestimmt werden, der den Gläubigern eine 20-prozentige Quote zusicherte. Dieser Plan musste jedoch zurückgezogen werden, da der Raiffeisenverband Salzburg seine Finanzierungszusage an eine Bedingung geknüpft hatte: Alle Grundeigentümer hätten ihre Pachtverträge langfristig bis zum Jahr 2045 verlängern müssen, um die geplanten Investitionen und eine strategische Neuausrichtung gemeinsam mit dem Skigebiet Dachstein West wirtschaftlich abzusichern. Da eine Grundeigentümerfamilie die Unterschrift verweigerte und der bestehende Vertrag nur noch bis 2030 läuft, zog sich der Raiffeisenverband zurück. Das Gericht bewilligte daraufhin die sofortige Schließung des Betriebs. Die Abwicklung und bestmögliche Verwertung der Vermögenswerte liegt nun in den Händen von Masseverwalter Mag. Markus Stranimaier aus Bischofshofen.

Karkogelbahn Station
Die Karkogelbahn in Abtenau wird voraussichtlich abgebaut. — salzburg.ORF.at

Gründe und Reaktionen der Beteiligten

Die Entscheidung der Grundeigentümer basiert auf einem tiefen Vertrauensverlust gegenüber der bisherigen Struktur. Josef und Maria Grünwald erklärten im ORF, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten durchschnittlich alle zwei Jahre ein neuer Geschäftsführer bestellt wurde, wodurch sich im Betrieb nie eine dauerhafte Stabilität einstellen konnte. Demgegenüber betonte Sigi Kämmerer als Sprecher des Raiffeisenverbands Salzburg, dass für ein Engagement in Millionenhöhe absolute Planungs- und Rechtssicherheit unumgänglich gewesen wären. Masseverwalter Markus Stranimaier äußerte Unverständnis über die verweigerte Zustimmung und verwies darauf, dass das in vier Monaten ausgearbeitete Rettungskonzept unter einer neuen, professionellen Führung einen langfristig stabilen Betrieb garantiert hätte. Geschäftsführer Franz Pendl zeigte sich zutiefst erschüttert und bezeichnete den aktuellen Zustand in der Gemeinde als Leichenstarre.

Wir können wegen der Dinge, die hier vorgefallen sind, aber keinen Vertrag bis 2045 machen, weil wir kein Vertrauen haben.

Josef Grünwald, Grundeigentümer

Auswirkungen auf Tourismus und Region

Die Schließung der Bergbahnen trifft den Tourismusort Abtenau schwer, da das Gebiet am Karkogel ein wesentliches Fundament der regionalen Identität bildet. Der für den Sommer geplante Betrieb wird nicht mehr aufgenommen, wodurch auch die stark frequentierte Sommerrodelbahn vor dem Aus steht. Laut Einschätzung des Masseverwalters ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein externer Investor die Anlagen aus der Konkursmasse erwirbt, äußerst gering. Stattdessen droht der komplette Abbau der Liftanlagen und die anschließende Renaturierung des Geländes. Die Kosten hierfür werden voraussichtlich den Erlös aus dem Verkauf der Bergbahntechnik vollständig auffressen. Die verbleibenden Mitarbeiter verlieren umgehend ihre Arbeitsplätze, und die insgesamt 56 Gläubiger, deren gerichtlich anerkannte Forderungen sich auf rund 4,47 Millionen Euro belaufen, müssen sich darauf einstellen, dass die tatsächliche Konkursquote gegen Null tendieren wird.

David Zwilling
Der ehemalige Skirennläufer David Zwilling sucht das Gespräch. — salzburg.ORF.at

Letzte Vermittlungsversuche

Trotz der bereits gerichtlich besiegelten Schließung gibt es in der Region noch vereinzelte Bemühungen, das endgültige Verschwinden der Infrastruktur abzuwenden. Der 76-jährige Abfahrtsweltmeister und gebürtige Abtenauer David Zwilling hat angekündigt, sich als neutraler Vermittler zur Verfügung zu stellen. Er plant, persönliche Gespräche mit den Grundbesitzern zu führen, um die Hintergründe der verweigerten Unterschrift im Detail aufzuarbeiten und eventuell doch noch einen Kompromissweg auszuloten. Ob diese private Initiative die Fronten zwischen den Grundeigentümern und den potenziellen Investoren des Raiffeisenverbands noch rechtzeitig aufbrechen kann, ist jedoch völlig ungewiss.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum mussten die Abtenauer Bergbahnen schleißen?

Das Unternehmen meldete nach mehreren schneearmen Wintern und coronabedingten Umsatzeinbußen Insolvenz an. Ausschlaggebend für das endgültige Scheitern der Rettung waren explodierende Kosten und Verzögerungen beim Bau eines Speicherteichs sowie die geplatzte Übernahme durch den Raiffeisenverband.

Woran scheiterte die Rettung durch den Raiffeisenverband?

Der Raiffeisenverband knüpfte seine Investitionen an eine Verlängerung aller Pachtverträge bis zum Jahr 2045. Da eine Grundeigentümerfamilie die Unterschrift aufgrund von mangelndem Vertrauen verweigerte, zog sich der Investor zurück.

Was passiert mit der Sommerrodelbahn und den Liften am Karkogel?

Der Sommerbetrieb wurde abgesagt. Wenn sich nicht in letzter Sekunde ein unerwarteter Investor findet, werden der Karkogellift und die Sommerrodelbahn abgebaut und das Gelände komplett renaturiert.

Wie hoch sind die Schulden der Bergbahnen Gesellschaft?

Im Zuge des Verfahrens am Landesgericht Salzburg wurden Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von rund 6,29 Millionen Euro angemeldet. Davon sind gerichtlich anerkannte Forderungen von circa 4,47 Millionen Euro offen.

Wie hoch stehen die Chancen für die Gläubiger auf eine Auszahlung?

Der Masseverwalter Markus Stranimaier geht von einer Insolvenzquote aus, die gegen Null gehen wird. Die Erlöse aus dem Verkauf der Liftanlagen werden voraussichtlich komplett für den Rückbau und die Renaturierung aufgewendet.

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Verfasst von

Jody Nageeb

Leitender Redakteur

Experte für Trends in den Bereichen Wirtschaft, Sport und Transport.

Dieser Artikel wurde mit KI-gestützten Redaktionstools erstellt und vor der Veröffentlichung nach den redaktionellen Standards von Trend Digest geprüft.

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