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Unionsfraktion rebelliert gegen Klingbeils SteuerplÀne

Rund 20 Unionsabgeordnete proben den Aufstand gegen die Einkommensteuerreform der Bundesregierung. Sie fordern stÀrkere Entlastungen und lehnen unter anderem die geplante Zuckersteuer ab.

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Unruhe in der Unionsfraktion: Rund 20 Abgeordnete der CDU/CSU stellen sich offen gegen die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vorgelegte Einkommensteuerreform und fordern massive Nachbesserungen.

CDA-Chef Dennis Radtke
Kritisiert die ReformplĂ€ne der Bundesregierung: CDA-Bundesvorsitzender Dennis Radtke — tagesschau.de

Was passiert gerade

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion formiert sich massiver Widerstand gegen die von der Bundesregierung beschlossene Einkommensteuerreform. Laut Medienberichten wollen rund 20 Abgeordnete dem Gesetzesvorhaben in seiner aktuellen Form nicht zustimmen. Besonders der CSU-Finanzpolitiker Florian Dorn kritisierte die PlÀne als peinlich und zu mickrig, wÀhrend sein CDU-Kollege Olav Gutting in einer Sitzung erklÀrte, er mache das nicht mehr mit.

Der Hintergrund

Das Bundeskabinett hatte vor gut einer Woche den Entwurf zur Einkommensteuerreform auf den Weg gebracht. Die vom SPD-gefĂŒhrten Finanzministerium erarbeiteten PlĂ€ne sehen vor, vor allem Familien mit Kindern sowie Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten, wobei das volle Volumen von zehn Milliarden Euro jĂ€hrlich bis 2028 erreicht werden soll. Kritiker stören sich jedoch daran, dass die sogenannte kalte Progression – der Effekt, bei dem Gehaltserhöhungen durch die Inflation und den Steuertarif aufgezehrt werden – im kommenden Jahr nur teilweise abgebaut werden soll.

Bundeskanzler Friedrich Merz
GerĂ€t durch die parteiinternen Reaktionen unter Druck: Bundeskanzler Friedrich Merz — Spiegel

Die neuesten Entwicklungen

Neben dem fehlenden vollstĂ€ndigen Ausgleich der kalten Progression sorgt vor allem die geplante EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer fĂŒr heftigen Unmut. In der Arbeitsgruppe Landwirtschaft sprachen sich am Dienstag sĂ€mtliche zwölf Mitglieder gegen das Vorhaben aus, da im Koalitionsvertrag Steuererhöhungen ausgeschlossen worden waren. Der CDU-Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt warf Finanzminister Klingbeil vor, trotz steigender Einnahmen nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Gleichzeitig forderte der Chef des CDA, Dennis Radtke, deutlich stĂ€rkere Entlastungen fĂŒr BĂŒrger und Unternehmen.

Was es bedeutet

Die Fraktionsrevolte bringt Bundeskanzler Friedrich Merz und die KoalitionsfĂŒhrung unter starken Druck, da die parlamentarische Mehrheit fĂŒr das wichtige Reformprojekt gefĂ€hrdet sein könnte. Um stĂ€rkere Entlastungen zu finanzieren und gleichzeitig solide zu haushalten, brachte Radtke unter anderem den Abbau von Subventionen ins Spiel, die sich laut dem offiziellen Subventionsbericht auf rund 78 Milliarden Euro im Jahr belaufen. Zudem schlug er vor, auf die dritte Stufe der MĂŒtterrente zu verzichten, was allein fĂŒnf Milliarden Euro einsparen wĂŒrde, und LĂŒcken bei der Erbschaftsteuer zu schließen.

Politische Debatte in Deutschland
Die Diskussion um die Gegenfinanzierung spaltet die Koalition und die Unionsparteien — DIE ZEIT

Was unklar bleibt

Völlig offen ist derzeit, ob sich die hartleibigen Kritiker innerhalb der Unionsfraktion mit ihren Forderungen durchsetzen können und zu welchen ZugestĂ€ndnissen das Finanzministerium bereit sein wird. Auch das Ausmaß der tatsĂ€chlichen Abstimmungsverluste im Bundestag lĂ€sst sich vor den entscheidenden Lesungen im Parlament noch nicht abschließend bewessen.

HĂ€ufig gestellte Fragen

  • Was ist die kalte Progression? Die kalte Progression beschreibt den Effekt, bei dem Gehaltserhöhungen aufgrund von Inflation und steigendem Steuertarif steuerlich ĂŒberproportional belastet werden, sodass das Realeinkommen trotz Lohnerhöhung sinkt.
  • Warum gibt es Widerstand in der CDU/CSU? Etwa 20 Abgeordnete halten die geplanten Entlastungen fĂŒr zu gering und kritisieren insbesondere die geplante Zuckersteuer sowie den unvollstĂ€ndigen Ausgleich der kalten Progression.
  • Wie viel Entlastung sieht der Gesetzentwurf vor? Das Paket sieht Entlastungen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro jĂ€hrlich vor, die stufenweise bis 2028 umgesetzt werden sollen.
  • Welche Alternativen schlagen die Kritiker zur Gegenfinanzierung vor? Kritiker wie CDA-Chef Dennis Radtke regen unter anderem den Abbau staatlicher Subventionen und den Verzicht auf die dritte Stufe der MĂŒtterrente an.
  • Was ist zur Zuckersteuer geplant? Die geplante Abgabe auf bestimmte GetrĂ€nke mit SĂŒĂŸungsmitteln stĂ¶ĂŸt bei den Unions-Haushaltspolitikern und in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft auf geschlossene Ablehnung.