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Wohlhabende Rentner sollen neue AHV-Rente spenden

Im Dezember wird in der Schweiz erstmals die 13. AHV-Rente ausgezahlt. Eine neue Stiftung ruft gut situierte Senioren dazu auf, den Betrag freiwillig an Bedürftige zu spenden.

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Key points

  • Im Dezember erhalten Schweizer Seniorinnen und Senioren erstmals die zusätzliche 13. AHV-Rente.
  • Die neu gegründete Fondation Chance 13 ruft wohlhabende Rentner zum Spenden des Betrags auf.
  • Am 29. November stimmt das Volk über eine Mehrwertsteuererhöhung von 0,4 Prozent zur Finanzierung ab.
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Erstmals erhalten Seniorinnen und Senioren in der Schweiz im Dezember eine zusätzliche 13. Alters- und Hinterlassenenversicherung. Doch während viele Rentnerinnen und Rentner auf den finanziellen Zustupf angewiesen sind, fordert eine neu gegründete Stiftung gut betuchte Pensionierte zu freiwilligen Spenden auf. Das gesammelte Geld soll gezielt in Not geratenen Älteren und Jugendprojekten zugutekommen.

Ein Ja- und Nein-Plakat zur AHV-Rente in der Schweiz
Ein Ja- und Nein-Plakat zur AHV-Rente in der Schweiz — Merkur

Das historische Votum und die erste Auszahlung

Die Einführung der zusätzlichen Altersvorsorge geht auf eine Volksabstimmung vom 3. März 2024 zurück, bei der sich 58,2 Prozent der Abstimmenden für die Initiative aussprachen. Bundesrat und Parlament hatten das Projekt im Vorfeld zwar abgelehnt, setzen das Votum nun jedoch um. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach den regulären Altersrenten im jeweiligen Kalenderjahr. Bei einer vollständigen Beitragsdauer bewegt sich die reguläre monatliche AHV-Rente im Jahr 2026 zwischen 1.260 und 2.520 Franken. Die zusätzliche 13. AHV entspricht exakt einem Zwölftel der im Jahr ausgezahlten Altersrenten.

Wie die Stiftung gut betuchte Senioren zum Spenden motivieren will

Um den unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen unter Pensionierten Rechnung zu tragen, wurde die Fondation Chance 13 ins Handelsregister eingetragen. Hinter dem Projekt stehen der Luzerner Unternehmer und Vorsorgeexperte Jörg Odermatt sowie Bankier Karl Reichmuth, die jeweils 150.000 Franken aus ihrem Privatvermögen beigesteuert haben. Die Initiatoren schätzen, dass rund 25 Prozent aller Seniorinnen und Senioren in der Schweiz finanziell so gut abgesichert sind, dass sie auf den zusätzlichen Betrag verzichten könnten.

Symbolbild zur AHV-Rente
Nicht alle Rentner benötigen den zusätzlichen Geldsegen der 13. AHV — SRF

Die gesammelten Mittel sollen über etablierte Organisationen wie Pro Senectute in einen Nothilfefonds für ältere Menschen in akuten Notlagen fließen. Zudem unterstützt Pro Juventute Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Die Gründer erwarten in den ersten Jahren Spendeneinnahmen zwischen einer und zwei Millionen Franken. Jörg Odermatt betonte dazu:

Wir hoffen auf den Dominoeffekt

— Jörg Odermatt, Stiftungsgründer

Die Debatte um Verteilung und Bedürftigkeit im Alltag

Bereits im Vorfeld der Volksabstimmung kritisierten Gegner, dass auch wohlhabende Pensionierte den Zuschuss erhalten würden, obwohl sie diesen nicht zwingend benötigen. Sie forderten stattdessen gezielte Ergänzungsleistungen für Bedürftige. Die neue Stiftung greift diese Diskussion nun auf freiwilliger Basis auf. Befürworter der Initiative betonen hingegen, dass die erste reale Rentenverbesserung seit fünf Jahrzehnten für die Mehrheit der Rentner eine spürbare Entlastung angesichts steigender Mieten und Gesundheitskosten darstellt.

Politische Folgen und die umstrittene Mehrwertsteuererhöhung

Die langfristige Finanzierung der Zusatzleistung bleibt ein zentrales Streithema in der Schweizer Politik. Am 29. November entscheidet das Stimmvolk über eine von Parlament und Bundesrat vorgeschlagene Mehrwertsteuererhöhung von 0,4 Prozentpunkten, die ab 2028 greifen soll. Da die Auszahlungen bereits im Dezember 2026 starten und auch für 2027 anfallen, gibt es für die ersten Jahre keine direkte Zusatzfinanzierung. Kritiker wie der Thurgauer EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist warnen vor einer dauerhaften Belastung der Kaufkraft und verweisen darauf, dass der AHV auch mit den neuen Einnahmen jährlich Milliardenbeträge fehlen werden. Gewerkschaften und Parteien wie die Grünliberalen (GLP) unterstützen das Finanzierungspaket dagegen als tragbaren Kompromiss zur Sicherung der sozialen Vorsorge.

Wie es bei der Zusatzfinanzierung und den Renten weitergeht

Die kommenden Wochen bis zum Urnengang am 29. November sind von intensiven Auseinandersetzungen geprägt. Während Befürworter betonen, dass die Mehrwertsteuererhöhung mit Ausnahmen für Lebensmittel und Medikamente sozialverträglich ausgestaltet ist, warnen Gegner vor wachsenden Kosten für kommende Generationen. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung rollt die erste Welle der zusätzlichen Auszahlungen in wenigen Wochen auf die Bankkonten der Schweizer Seniorinnen und Senioren zu.

Häufig gestellte Fragen

  • Wann wird die 13. AHV-Rente erstmals ausgezahlt? Die Auszahlung der zusätzlichen 13. AHV-Rente erfolgt im Dezember 2026.
  • Wer hat Anspruch auf die zusätzliche Rente? Alle Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine reguläre Alters- und Hinterlassenenversicherung beziehen, erhalten einen anteiligen Betrag als 13. Monatsrente.
  • Wann findet die Abstimmung über die Finanzierung statt? Das Stimmvolk entscheidet am 29. November über die geplante Mehrwertsteuererhöhung zur teilweisen Gegenfinanzierung.
  • Welche Organisationen erhalten die Spenden der Fondation Chance 13? Die neu gegründete Stiftung leitet freiwillige Spenden von gut verdienenden Senioren an Partner wie Pro Senectute und Pro Juventute weiter.