Schrecksekunde im Hafen von Bremerhaven: Das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ ist am Sonntagabend beim Auslaufen bei stürmischem Wetter mit mehreren Containerschiffen zusammengestoßen. Mehr als 3.300 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls an Bord des Schiffes von TUI Cruises. Trotz heftiger Rucke und Beschädigungen an Rettungsbooten und Frachtern gab es nach ersten amtlichen Angaben keine Verletzten.

Was vorgefallen ist
Der Vorfall ereignete sich am Sonntag gegen 17:00 Uhr beim Ablegen von der Columbuskaje in Bremerhaven. Das Schiff sollte eigentlich zu einer 20-tägigen Reise auf die Kanarischen Inseln aufbrechen. Begleitet von Schleppern lief der Kreuzfahrt-Koloss bei starkem Wellengang aus, geriet jedoch schnell in Schwierigkeiten. Laut Augenzeugenberichten und verifizierten Videos konnte das Schiff den Kurs nicht halten, da heftige Windböen des Sturmtiefs „Manja“ auf den Rumpf einwirkten.
Der Abstand zu den an der Hafenmauer liegenden Frachtern verringerte sich dramatisch. Zunächst sprach die Polizei von einer Kollision mit einem Containerschiff, korrigierte die Angabe später jedoch on insgesamt drei beteiligte Schiffe, darunter auch beschädigte Schlepper. Der Container-Riese „MSC Victorine“ erlitt durch den Aufprall nach Medienberichten einen rund zehn Meter langen Riss in der Bordwand.

Was das für Passagiere bedeutet
Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich genau 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord der „Mein Schiff 3“. Viele Passagiere, deren Kabinen auf der Backbordseite lagen, bekamen von dem heftigen Zusammenstoß zunächst kaum etwas mit und erfuhren erst beim anschließenden Abendessen davon. Reisende auf der Steuerbordseite berichteten dagegen von einem heftigen Zittern und einem nie zuvor erlebten Ruckeln.
Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Passagiere mussten die Nacht jedoch an Bord des Schiffes verbringen, das rasch an die Columbuskaje zurückkehrte. Dort liegen die Urlauber vorerst fest, während die Rettungsboote der Steuerbordseite sichtbare Beschädigungen aufweisen und die genaue Schadensbilanz ermittelt wird.
Warum es zu dem Unfall kam
Auslöser für die schwierigen Manöververhältnisse waren extreme Wetterbedingungen. Das Sturmtief „Manja“ sorgte am Wochenende an der gesamten deutschen Nordseeküste für stürmische und teilweise orkanartige Böen. Augenzeugen und Angehörige berichteten, das Schiff habe minutenlang unbewegt vor dem Kai gestanden, weil die Maschinen und die unterstützenden Schlepper nicht gegen den enormen Winddruck ankommen konnten.
Wie es mit der Reise weitergeht
Direkt nach der Rückkehr an den Pier nahmen Fachleute und ein herbeigerufener Versicherungsangestellter die Ermittlungen und Schadensbegutachtungen auf. Die Wasserschutzpolizei Bremen hat die Untersuchung zur Unfallursache übernommen. Ob die lang ersehnte Kanaren-Reise nach den Reparaturen noch angetreten werden kann oder wie TUI Cruises mit den betroffenen Urlaubern verfährt, stand am späten Sonntagabend noch nicht fest.
Was Reisende jetzt wissen müssen
Alle Passagiere bleiben vorerst sicher an Bord untergebracht und werden von der Crew versorgt. Die Reederei TUI Cruises kündigte an, zeitnah offizielle Informationen zu veröffentlichen, sobald die Experten die Statik und die Sicherheit des Schiffes vollständig überprüft haben. Reisende müssen sich auf mögliche Programmänderungen oder eine Verzögerung des Urlaubs einstellen.
Häufig gestellte Fragen
Gab es Verletzte bei dem Unfall in Bremerhaven?
Nein, nach Angaben der Polizei und der Reederei TUI Cruises wurde bei der Kollision glücklicherweise niemand verletzt.
Wie viele Menschen befanden sich an Bord der „Mein Schiff 3“?
Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 2.428 Gäste und 922 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff.
Welche Schiffe waren an der Kollision beteiligt?
Neben der „Mein Schiff 3“ wurden nach Polizeiangaben insgesamt drei Schiffe, darunter das Containerschiff „MSC Victorine“ und Schlepper, in Mitleidenschaft gezogen.
Wie schwer sind die Schäden an den Schiffen?
Die „Mein Schiff 3“ und ihre Rettungsboote trugen Beschädigungen davon. An einem Containerschiff riss die Bordwand nach Medienberichten auf einer Länge von rund zehn Metern auf.
Kann die geplante Kanaren-Reise stattfinden?
Ob und wann die Reise fortgesetzt werden kann, war zunächst offen. Die Reederei prüft die Schäden am Pier in Bremerhaven.